Jeux de Peau
Jeux de Peau: Wenn das Spiel zu heiligen Erinnerungen wird. Was mag Serge Lutens mit seinem köstlichen, 2011 erschienenen Parfum erzählen? Schwer vorstellbar, und doch: Dieses Parfum, Jeux de Peau, gehört ihm, gehört aber auch uns.
- Marke
- Serge Lutens
- Erscheinungsjahr
- 2011
- Zielgruppe
- Unisex
- Duftfamilie
- Holzig
- Nebenfamilie
- Orientalisch
- Konzentration
- Eau de Parfum
Veröffentlicht

Bezugsquellen
Es ist Teil unseres Alltags, unserer Erinnerungen und des Besten unserer Kindheit. Die Bäckerei, das warme Brot, das unter den Fingern knackt, und die dampfende Milch. Kurz: eine Proust’sche Madeleine aus der Hand von Lutens.
Ein Jeux de Peau, in dem sich der Erwachsene in das träumende Kind hineinversetzt
Ein Parfum ist für Lutens vor allem ein Mittel, eine Geschichte zu erzählen, eine Erinnerung wachzurufen: die Erinnerung an einen zu Ende gehenden Sommer mit einem grauen Lavendelfeld in Gris Clair, einen Geruch strenger Serge-Wolle in Serge Noire oder, bei Jeux de Peau, die Erinnerung an die Bäckerei, die dem kleinen Jungen Serge Lutens in einer dunklen, tristen Straße seiner Heimatstadt Lille Licht und Orientierung gab.
Aus den kleinen Dingen entstehen die größten Erinnerungen, und eben diese „Madeleine“ wollte Lutens aus seinem Gedächtnis hervorholen, um zu gourmandigen, süßen Düften zu führen, die vertraut sind und doch von jedem anders erlebt werden.
Denn die Jeux de Peau, die Spiele der Haut, sind Spiele der Düfte. Laut Lutens sei ein Parfum letztlich nichts anderes als das, Spiele der Haut; es sei die Haut, die spiele […]. Ein Parfum sei auf jeder Haut anders, wie ein Lippenstift: Bei 20 Personen ergebe er 20 verschiedene Farben. Es gebe natürlich Ähnlichkeiten, eine Verwandtschaft, doch es seien dann 20 verschiedene Parfums. Das Spiel kann also beginnen.
Geröstetes Brot, Aprikose, Butter und ein wenig Kaffee für dieses Jeux de Peau?
Zwangsläufig erwartet man bei Jeux de Peau leuchtende, perlmuttartige Töne wie eine Pfirsichhaut, die wie durch Zauberei aus dem traditionellen Flakon der Lutens-Düfte steigen. Doch der Duft bietet mehr: goldbraune Reflexe von frisch aus dem Ofen geholtem Brot, die den Flakon unbestreitbar aufhellen und erleuchten.
Schon in den Kopfnoten erfassen kandierte Noten die Sinne, als hätte man gerade ein Glas zart gesüßter Aprikosenkonfitüre geöffnet. Die Konfitüre verbindet sich mit süßen blumigen und würzigen Noten und führt bis ins Herz. Dort überraschen die Noten von warmem Brot, die die bereits eingenommenen Sinne umhüllen. Das Brot ist geröstet, getoastet durch warmes, sinnliches Sandelholz und Olibanum. Die Tiefen von Jeux de Peau schließlich führen direkt an einen reich gedeckten Frühstückstisch, an dem Noten von Kaffee, warmer Milch, Vanille und Karamell auf köstliche Weise der glühenden Rundheit von Sandelholz, Weihrauch und Labdanum begegnen.
Jeux de Peau ist ein echter gourmandiger, zarter Duft, der dank des für die Lutens-Parfums unverzichtbaren Sandelholz-Akzents in Wärme und Rundheit übergeht. Schon beim Auftakt berauschen sich die Sinne an durch und durch gourmandigen, süchtig machenden Rohstoffen. Jeux de Peau ist somit ein gourmandiger Duft, der den Appetit anregt, ohne den bei neueren Gourmand-Düften häufigen Eindruck zu hinterlassen, zu viel gegessen zu haben.
Duftpyramide
- KopfnotenDie ersten Minuten
- HerznotenDas Herz des Parfums
- BasisnotenWas bleibt
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