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Die Parfumeure

Die Riechstoffhersteller

Heute ist der Großteil der Parfums mit dem Namen einer Marke verbunden. Meist handelt es sich um den Namen eines Luxuslabels oder großer Häuser der Haute Couture oder Haute Joaillerie. Doch auch wenn sie es sind, die neue Düfte ersinnen und deren Entwicklung finanzieren, formulieren sie die Parfums nicht im eigentlichen Sinne selbst. Nur einige Konzerne wie Shiseido verfügen über ein eigenes Labor. Viele andere Marken greifen daher auf Riechstoffhersteller zurück. Diese Kompositionshäuser sind heute zahlreich, und einige genießen besonderes Ansehen, etwa Firmenich, IFF, Givaudan, Robertet oder Mane. Sie begleiten ihre Kunden und lenken sie so, dass immer avantgardistischere Düfte entstehen. Die Riechstoffhersteller analysieren fortlaufend die Trends. Zunächst prüfen sie das von ihren Kunden vorgelegte Briefing und erstellen Muster für diese. Selbstverständlich werden Qualitätskontrollen durchgeführt, um die Stabilität des Geruchs und seine Farbe beim Auftragen zu überprüfen. Nach der Freigabe durch die Marken und der Auswahl eines Musters wird das Parfum in deren Labor hergestellt, bevor es weltweit in den Handel kommt.

Firmenich

Firmenich ist ein familiengeführter Riechstoffhersteller und ein Pionier in der Welt der Düfte. Das Unternehmen wurde 1895 in Genf gegründet und zählt heute zu den führenden Akteuren der Parfümerie. Firmenich ist ein großes Kompositionshaus, das für seinen Innovationsgeist, sein Gespür für Trends und sein außergewöhnliches Know-how bekannt ist. Zudem scheut Firmenich keinen Aufwand, um seinen Kunden das Beste der Parfümerie zu liefern: Jedes Jahr fließen 10 % in Forschung und Entwicklung. Firmenich verfolgt nach eigenen Angaben ein einziges Ziel: jeden Duft und jedes Aroma zu einem einzigartigen Sinneserlebnis zu machen, zu einem Moment der Emotion, der jeden Tag auf der ganzen Welt geteilt werde, indem das Beste, was die Natur zu bieten habe, veredelt werde.

Givaudan

Givaudan ist ebenfalls ein Schweizer Unternehmen, das in der Parfüm- und Aromenindustrie tätig ist. Es gehört zu den bedeutendsten Unternehmen des Landes und zählt zu den 30 größten börsennotierten Werten der Schweiz. Gegründet wurde es 1895. Givaudan ist zudem nicht nur ein Riechstoffhersteller: Das Unternehmen besitzt auch eine Schule, die zu den renommiertesten der Welt in diesem Bereich gehört. Seit Anfang der 2000er-Jahre expandiert Givaudan stetig. 2002 übernahm das Unternehmen FIS, eine auf Aromen spezialisierte Sparte von Nestlé. Am 22. November 2006 gab Givaudan zudem die Übernahme von Quest International bekannt, wodurch der Umsatz um 42 % stieg. Schließlich verfolgt Givaudan einen Ansatz der nachhaltigen Entwicklung. 2014 rief das Haus die Fondation Givaudan sowie ein Programm für Sammelnetzwerke für Patchouli ins Leben, das Programm Innovative Naturals.

International Flavors and Fragrances: IFF

International Flavors and Fragrances (IFF) gehört zu den innovativsten Unternehmen der Parfümerie weltweit. Es beschäftigt heute 6700 Mitarbeiter und ist bekannt für sein ausgeprägtes Gespür für Konsumtrends, seine durch umfangreiche Forschung und Entwicklung gestützte Kühnheit, seine kreative Expertise und sein außergewöhnliches Know-how. Das 125 Jahre alte Unternehmen erkundet unablässig neue Rohstoffe und neue Kreationstechniken. IFF ist ein Haus leidenschaftlicher Kreativer, die ständig nach neuen Herausforderungen suchen. IFF pflegt eine besonders ausgeprägte Unternehmenskultur, die sich um vier Grundwerte dreht: „Leidenschaft, Kreativität, Expertise und Eigenständigkeit“. Jeder Tag gilt dort als einzigartige Gelegenheit, Menschen auf der ganzen Welt zum Träumen zu bringen und sich zugleich von der Konkurrenz abzuheben – darin liegt das Rezept für eine solche Beständigkeit.

Die Nasen der großen Häuser

Allerdings greifen nicht alle großen Luxusmarken auf diese Kompositionshäuser zurück. Einige verfügen über ein eigenes Labor und haben einen sogenannten „Hausparfumeur“, also eine feste Nase, die sämtliche Düfte der Marke kreiert. Während Parfumeure viele Jahre lang anonym blieben, gelten sie heute als echte Stars der Luxuswelt. Die bekanntesten unter ihnen genießen weltweites Ansehen und gelten als feste Größen der Parfümerie.

Olivier Polge bei Chanel

Derzeit heißt die Nase von Chanel Olivier Polge. Er kam mit kaum 38 Jahren zu dem großen Haus und trat damit die Nachfolge seines Vaters an, des unumgänglichen Jacques Polge, einer prägenden Figur des Hauses Chanel. Seine Position verdankt er jedoch allein seinem Talent, und unter Fachkollegen gilt er als hochbegabter Parfumeur. Er arbeitete unter anderem an Duftkreationen für Dior, Viktor & Rolf und Balenciaga. Er stellte sich der Aufgabe, die Duftspur des emblematischen Chanel n°5 fortzuführen und emblematische Düfte wie Coco Mademoiselle oder Allure pour Homme zu verjüngen. Von ihm stammen bislang Misia und Chance Eau Vive, Parfums von ausgesprochen erlesener Harmonie.

Thierry Wasser bei Guerlain

Thierry Wasser ist für seinen einzigartigen, eigenwilligen Stil bekannt. Er ist zudem der erste Parfumeur des Hauses Guerlain, der nicht den Namen der Marke trägt. Seinen Platz hat er also nicht durch Abstammung, sondern durch Talent erlangt. Der sensible, raffinierte, elegante und charmante Mann zeigt eine außergewöhnliche Authentizität. Er arbeitet wie ein Handwerker und verfügt über erstaunliche olfaktorische Fähigkeiten. Es ist daher eine große Ehre für ihn, dass ihm das berühmte „Formelbuch“ anvertraut wurde, ein geheimes Werk, das in der Familie Guerlain von Generation zu Generation weitergegeben wird. Sein Ziel ist es, das kostbare Erbe von Guerlain noch weiter zu veredeln und ihm zugleich seine persönliche Handschrift hinzuzufügen. Von ihm stammen unter anderem die Parfums Idylle, Habit Rouge L’Eau, Shalimar Parfum Initial und natürlich das emblematische Petite Robe Noire.

François Demachy bei Dior

Im Hause Dior sind die Duftkreationen seit 2006 François Demachy anvertraut. Er blickt auf 30 Jahre im Hause Chanel zurück, wo er an der Seite von Jacques Polge arbeitete. Er liebt Reisen und Musik, bewundert weibliche Schönheit und ist im Herzen ein Visionär. Aus all dem schöpft er seine Inspiration. François Demachy ist ein Künstler, der die Authentizität und das starke Erbe des Hauses Dior meisterhaft verbindet und zugleich stets zu überraschen sucht. Er vereint Kühnheit und Kreativität mit der Beherrschung der traditionellen Kunst der Parfümerie. So erklärt er, das visionäre Erbe von Monsieur Dior selbst fortzuführen: es so gut wie möglich zu machen und nie zufrieden zu sein. Von ihm stammen unter anderem die bekannten Parfums Miss Dior, Dior Addict Eau de Toilette, Dior Homme, Eau Sauvage Cologne und das jüngste Sauvage.

Jean-Claude Ellena bei Hermès

Jean-Claude Ellena ist ein Parfumeur, der seit 2004 für Hermès arbeitet. Er entwickelt seine Parfums gern inmitten eines Kiefernwaldes bei Grasse, wo sich sein Atelier verbirgt. Als „Schriftsteller der Gerüche“ brauche er Abgeschiedenheit, um ungestört zu kreieren. Er sagt, seine Parfums entstünden aus einem vollständig intellektuellen Prozess. Für ihn lese sich ein Parfum wie ein Roman. Zudem gönnt er sich bei der Wahl seiner Rohstoffe jeden Luxus; seine Kompositionen enthalten etwa Iris und Sandelholz … Ihm verdankt die Parfümerie zahlreiche Meisterwerke. Für Hermès schuf er unter anderem Un Jardin sur le Nil, Elixir des Merveilles, Kelly Calèche, Un Jardin après la Mousson und das emblematische Terre d’Hermès, den unumgänglichen Bestseller der Marke.

Für die Parfümerie scheint nichts zu kostbar, und Parfumeure gelten heute als Künstler im eigentlichen Sinne. Häufig haben sie Maßanfertigungen zu bearbeiten, die astronomische Summen in der Größenordnung von 40 000 € erreichen können. In diesem Preis ist allerdings auch ein Flakon enthalten, ein aus Baccarat-Kristall geschliffenes Schmuckstück, verziert mit Gold oder kostbaren Materialien. Das Parfum ist zweifellos mehr denn je ein Luxusprodukt.