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Chergui: Ein Wind aus Düften zwischen sanfter Wärme und trockener Kälte. Wenn der Chergui über marokkanisches Land weht wie durch die Regale der besten Parfümerien, kristallisiert er die Vegetation und die Emotionen.

Erscheinungsjahr
2005
Zielgruppe
Unisex
Duftfamilie
Orientalisch
Nebenfamilie
Würzig
Konzentration
Eau de Parfum
EAN
3700358123396 (50 ml) · 3700358123594 (100 ml)

Veröffentlicht

Chergui

Bezugsquellen

Chergui, der 2005 von Lutens lancierte orientalisch-aromatische Duft, bläst Wärme und Kälte über die Nasen, die neugierig auf diesen vielgesichtigen Atemzug sind.

Wenn der Ostwind seine Gegenwinde über Chergui bläst

Laut Serge Lutens seien der größte Parfumeur die Flüsse, die Winde. Einen anderen gebe es nicht. Er sei der Parfumeur. Die Pollen, die Bienen, die Insekten – er habe alles verbreitet und eine Art absolut königliches Repertoire geschaffen, ganz zu schweigen vom literarischen Repertoire, das darauf folge.

So wird der Ostwind, der Chergui, zum neuen Helden des facettenreichen Duftes des emblematischen Duos Lutens-Sheldrake, der schlicht Chergui heißt. Tatsächlich ist man komplexere, rätselhaftere Parfumnamen gewohnt, etwa Vitriol d’œillet oder Clair de musc, doch hier ist kein Wortspiel nötig, denn Lutens legt mit Chergui ein geheimnisvolles Parfum vor, ein olfaktorisches Bild, das es zu entdecken gilt. Das zu lösende Anagramm liegt also nicht mehr in den Worten, sondern im Parfum.

Chergui zeichnet das Bild einer Wüste, die sich je nach den wehenden Winden färbt und verwandelt. Mal eisig, mal glühend, lässt der Chergui alle Pflanzen, die ihm ausgesetzt sind, leiden und tiefe Düfte ausschwitzen. Für Lutens sei der Chergui ein Alchemist, dessen anhaltende Böen Sträucher, Büsche und Beeren kristallisierten, die daraufhin knisterten, schrumpften und ihren letzten Tribut abgäben: Säfte, Harze, Pflanzensäfte.

Chergui oder die kontrastreiche marokkanische Landschaft aus Hölzern und Blüten

Wie lässt sich ein Bild als Duft symbolisieren? Die braune Farbe des Chergui-Flakons lässt eher an die Hölzer denken, die im Wind zittern und sich biegen, als an die sanften kandierten, süßen und amberartigen Nuancen, die daraus entstehen. Umso größer ist die Überraschung.

Zunächst eröffnet Chergui mit Noten von Minze und Rosa Beeren, aromatisch und eisig wie der polare Nordwind, der über die orientalische Vegetation hereinbricht. Doch schon beginnen Harz und Pflanzensaft inmitten dieser kalten Düfte auszuströmen und verleihen den Kopfnoten eine honigartige Nuance.

Im Herz umhüllt sich der Honig mit Gewürzen und Kräutern und lässt die warmen Säfte der vom Chergui berührten Pflanzen ausströmen. Ganze Arme voll Orangenblüte, Iris, Lavendel und Rose wagen sich in diesen sich erwärmenden Wind und verströmen ihre göttlichen Düfte. Der Warm-Kalt-Effekt spielt mit den blumigen und würzigen Noten. Schließlich bringen trockene Hölzer ihren dichten, blonden Rauch ein und verbinden sich vollkommen mit einem noch rauchenden Tabak, begleitet von einigen für den Lutens-Geist so typischen Noten von Weihrauch und Sandelholz.

Chergui ist ein komplexes und intensives Parfum, das das Bild einer orientalischen Natur in vollem Aufruhr zeichnet. Ein Aufruhr, in dem die Kälte des Nordwinds auf die Wärme der Pflanzen und Blüten im aktiven Kampf prallt. Diese „Kristallisation der Flora“ lässt ein vielgesichtiges Parfum entstehen, dessen Facetten sich auf der Haut zeigen, wenn man sie gewähren lässt.

Duftpyramide

  1. KopfnotenDie ersten Minuten
  2. HerznotenDas Herz des Parfums
  3. BasisnotenWas bleibt

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