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Was ist eine Duftfamilie?

Parfums, ob Düfte für Damen, für Herren oder für Kinder, setzen sich aus zahlreichen Inhaltsstoffen pflanzlichen, tierischen oder synthetischen Ursprungs zusammen. Die Auswahl an Materialien, die in die Komposition eines Parfums eingehen können, ist heute sehr groß: Die Parfümerie verfügt über eine Palette von rund 1500 Rohstoffen. Hat auch jedes Parfum einen eigenen Geruch, so lassen sich die Parfums doch in Kategorien einordnen, die Duftfamilien genannt werden. Diese Einteilung ist ein guter Anhaltspunkt und erleichtert die Wahl eines Parfums. Zudem hilft sie, Düfte zu beschreiben und sich rascher ein Bild von ihrer Komposition zu machen. Ein Parfum gibt Aufschluss über die Persönlichkeit und sagt viel über den Charakter seines Trägers aus. Allerdings ist es nicht immer leicht, sich in der Vielzahl der auf dem Markt erhältlichen Düfte zurechtzufinden. Zur Orientierung: Die Parfümerie gliedert sich in sieben grundlegende Duftgruppen – zitrische, blumige, Fougère-, Chypre-, holzige, orientalische (oder Amber-) und aromatische Düfte. Es folgt ein kurzer Überblick über die verschiedenen Duftfamilien, aus denen sich die weite Welt der Parfümerie zusammensetzt.

Was ist eine Nebenfamilie?

Die oben dargestellte Duftklassifikation wurde 1984 von der Société Française des Parfumeurs geschaffen. Sie weist jedoch einige Feinheiten auf … Die Duftfamilien bestimmen den Charakter und die Gesamtpersönlichkeit eines Dufts. Wie ein Mensch besitzt ein Parfum jedoch mehrere Charakterzüge. Diese vielfältigen Duftvariationen innerhalb ein und derselben Komposition sind Unterfamilien, die als Duftfacetten bezeichnet werden. So kann ein Parfum der blumigen Duftfamilie angehören und zugleich eine fruchtige und holzige Facette aufweisen. Diese gesamte Klassifikation ermöglicht es, den Duft eines Parfums besser zu erfassen und präzise zu beschreiben. Sie ordnet die Düfte nach den Akkorden, die sie gemeinsam haben, in zahlreiche Duftfamilien ein. Die Einteilung der Parfums in Familien erleichtert Fachleuten die Verständigung, wenn sie über einen Duft sprechen. Zudem hilft sie Verbrauchern, das Parfum zu wählen, das ihren Wünschen oder ihrer Persönlichkeit entspricht.

Duftfamilien, Duftnoten und Duftfacetten in der Parfümerie


Die aromatische Familie

Wie der Name andeutet, setzt sich die aromatische Familie aus Inhaltsstoffen wie Salbei, Thymian, Rosmarin oder Lavendel zusammen … also aus aromatischen Kräutern. In der Regel handelt es sich um eine typische Familie von Herrendüften, denn sie verströmt einen ausgesprochen männlichen Charakter. Diese Kategorie wird auch als ländlich bezeichnet. Sie steht jedoch selten allein und wird meist von zitrischen Akkorden begleitet, also sehr frischen und belebenden, oder von würzigen, glühenderen und kühneren Akkorden.

Die holzige Familie

Die holzige Familie ist wärmer und üppiger. Sie tritt häufig in den Basisnoten der Parfums auf und folgt auf frische, zitrische oder lavendelartige Noten. Die wichtigsten Inhaltsstoffe dieser Kategorie sind Sandelholz, Patchouli, Zeder und Vetiver. Sie sind typisch für die Herrenparfümerie. Dennoch gehören auch einige Damendüfte, etwa Mademoiselle Ricci, dieser Familie an. Sie enthält warme, trockene und elegante Akkorde. Die holzige Familie kann zudem vielfältige Facetten annehmen, mal aromatischer, mal ledrig, maritim, fruchtig oder moschusartig. Hinzu kommt, dass holzige Noten ausgezeichnete Fixateure sind und den Parfums, die sie enthalten, Körper und Substanz verleihen.

Die Chypre-Familie

Die Chypre-Familie beruht vor allem auf Akkorden aus Eichenmoos, Zistrose-Labdanum, Patchouli oder Bergamotte. Der rätselhafte Name geht auf ein Parfum von François Coty namens Chypre zurück, das 1917 erschien. Dessen Erfolg machte es zum Vorreiter einer großen Familie, die auf seinem Duftakkord aufbaut. Chypre-Düfte sind besonders gut identifizierbar: Es handelt sich um charaktervolle und daher leicht wiedererkennbare Parfums. Häufig werden sie jedoch durch weitere Akkorde abgemildert, die ihre Komposition ergänzen, etwa durch eine fruchtige oder blumige Note.

Die blumige Familie

Unter allen Duftfamilien ist die blumige Kategorie wohl die bedeutendste. Sie umfasst alle Parfums, deren Hauptthema eine Blume oder ein Blumenbouquet ist. Die blumige Familie ist fester Bestandteil der Damenparfümerie und stellt Inhaltsstoffe wie Jasmin, Rose, Veilchen, Narzisse, Tuberose, Maiglöckchen und Flieder in den Vordergrund … Es kann sich um einen Soliflore oder um eine Verbindung mehrerer Pflanzen handeln. Diese werden häufig von grüneren, aldehydischen, fruchtigen oder würzigen Tönen begleitet. Die Duftfamilie zeichnet sich durch eine sehr natürliche und frische Harmonie aus, die bei Frauen besonders beliebt ist.

Die Fougère-Familie

Die Fougère-Familie verströmt keineswegs einen Geruch, der dem der gleichnamigen Pflanze, des Farns, ähnelt. Die Bezeichnung umfasst vielmehr eine ganze Reihe lavendelartiger und holziger Noten in Verbindung mit Eichenmoos, Bergamotte, Geranie … Ihren Namen verdankt sie einem 1882 lancierten französischen Herrenduft namens Fougère Royale. Dieser ebnete den Weg für zahlreiche Düfte, die seinen Namen übernahmen. Die Fougère-Kategorie ist typisch männlich und lässt sich auf unterschiedliche Weise interpretieren, mal amberartig, würzig, aromatisch oder fruchtig.

Die zitrische Familie

Die zitrischen Düfte umfassen eine ganze Reihe ätherischer Öle, die durch Extraktion aus der Schale von Zitrusfrüchten wie Bergamotte, Grapefruit, Zitrone, Orange oder Mandarine gewonnen werden. Die ersten zitrischen Düfte waren somit die Eaux de Cologne. Diese Kategorie ist in den Kopfnoten der Parfums sehr verbreitet. Sie verströmt einen frischen und leichten, besonders belebenden Duft, der sich gut für den Alltag eignet. Für mehr Haltbarkeit und Körper werden zitrische Noten jedoch häufig von blumigen, Chypre- oder holzigen Akkorden begleitet. Heute beginnt nahezu jedes Parfum mit diesem typisch zitrischen Auftakt, auf den dann andere Noten folgen.

Die orientalische Familie

Orientalische Düfte, auch Amberdüfte genannt, sind weiche, pudrige und vanillige Parfums. Sie besitzen zudem eine ausgeprägt animalische und sinnliche Note. Häufig enthalten sie Moschus, Vanille, Amber, Harz, Tabak, exotische Gewürze und Edelhölzer. Während orientalische Düfte bei Damendüften oft von würzigen oder blumigen Akkorden begleitet werden, folgen ihnen bei Herrendüften eher frische aromatische Noten. Im Allgemeinen stehen orientalische oder Amberdüfte für Wärme und Sinnlichkeit. Sie spielen eindeutig auf Verführung an.

Die aldehydische Facette

Aldehyde sind synthetische Moleküle, die in natürlicher Form in der Schale von Zitrusfrüchten vorkommen. Sie werden im Labor nachgebildet und liegen in verschiedenen Formen vor. Aldehyde sind gut erkennbar und verströmen einen metallischen, fettigen, warmen, mehr oder weniger orangigen und seifigen Geruch. Die aldehydische Facette verleiht einem Parfum Kraft und einen frischen Auftrieb. Meist ist sie mit einem blumigeren Anteil verbunden. Das Ergebnis wirkt dadurch besonders luftig, belebend und sehr elegant. Diese Facette findet sich vor allem in den Kopfnoten eines Parfums.

Die Amber-Facette

Bernstein ist ein natürliches Baumharz, das zunächst flüssig vorliegt und an der Luft durch Oxidation kristallisiert. In der Parfümerie wird es jedoch nicht verwendet. Was als Amber-Facette bezeichnet wird, ist vielmehr ein Akkord aus balsamischen Noten. Eine Amberkomposition enthält insbesondere Vanille, Benzoe, Moschus und Labdanum. Der berühmteste Amber-Akkord in der Geschichte der Parfümerie ist der von Shalimar, dem legendären Parfum von Guerlain. Der Amber-Akkord ist für seine Wirkung wie eine zweite Haut bekannt. Er ist äußerst sinnlich und besonders betörend.

Die Leder-Facette

Die Leder-Facette ist für ihren animalischen und besonders sinnlichen Charakter bekannt. Sie verströmt einen weichen, warmen und katzenhaften Geruch. Düfte mit dieser Facette sind besonders üppig und unterstreichen die Sinnlichkeit ihrer Trägerin oder ihres Trägers. Sie gleichen einem kostbaren Pelz und betonen häufig die Eleganz orientalischer Düfte. Die ersten ledrigen Noten wurden von Handschuhmacher-Parfumeuren aus Grasse durch Aufguss von Lederresten hergestellt. Diese Kategorie zeichnet sich insbesondere durch ihren kraftvollen Charakter aus und entspricht dem Geschmack von Parfümeriekennern und Liebhabern langanhaltender Düfte.

Die würzige Facette

Würzige Facetten sind typisch für orientalische Parfums. Sie zeichnen sich durch einen rassigen, intensiven und vibrierenden Stil aus. Würzige Noten verleihen den Düften, die sie enthalten, mehr Wärme. Sie geben dem Ganzen exotische, kühne und betörende Akzente. Würzige Noten sind oft die Signatur einer gelungenen Komposition und verbinden Inhaltsstoffe wie Zimt, Kardamom, Pfeffer, Rosa Beeren oder Ingwer. Die würzige Facette wird häufig mit holzigeren Tönen kombiniert, was eine besonders umhüllende Wirkung ergibt. Unter den Parfumeuren ist Serges Lutens ein Anhänger dieser Facette. Opium von Yves Saint-Laurent ist einer ihrer Bestseller.

Die fruchtige Facette

Fruchtige Facetten sind sehr beliebt, vor allem bei Frauen. Sie verleihen den Parfums, die sie enthalten, Originalität und unterstreichen ihre Modernität. Die meisten fruchtigen Noten werden jedoch synthetisch im Labor nachgebildet. Zu den meistverwendeten zählen Rote Früchte, Melone, Pfirsich und Apfel. Die fruchtige Facette ermöglicht besonders gourmandige Parfums, die zugleich unschuldig und unwiderstehlich anziehend wirken. So ersetzen Früchte im Herzen von Damendüften immer häufiger die traditionellen Blumenbouquets.

Die gourmand-Facette

Die gourmand-Facette wurde durch das berühmte Parfum Angel von Thierry Mugler eingeführt. Es war das allererste, das einen Duft schaffen wollte, der an den Geruch von etwas Essbarem erinnert. Die Idee erschien zunächst abwegig, ebnete jedoch den Weg für zahlreiche weitere Parfums. Heute sind gourmandige Düfte bei Frauen besonders beliebt. Sie verbinden süße, vanillige, pralinéartige, fruchtige und stets geschmackvolle Noten. Die gourmand-Facette hinterlässt eine begehrenswerte Haut zum Anbeißen und eignet sich für Frauen, die eine unvergessliche Duftspur hinterlassen möchten. Zudem sind Basisnoten auf Karamellbasis zunehmend verbreitet, ein wahrer Genuss für einen Moment reinen Glücks!

Die maritime Facette

Die maritime Facette ist bei Männern besonders beliebt. Wie ihr Name vermuten lässt, hinterlässt sie einen aquatischen, besonders frischen und belebenden Duft. Er wird stets mithilfe synthetischer Moleküle nachgebildet. Meist enthalten maritime Parfums Calone, einen künstlichen Stoff mit wässrigem Geruch, der beinahe an Wassermelone, Melone oder die Meeresküste erinnert. Fast meint man, die jodhaltige Luft der Meeresgischt darin zu riechen. Die maritime Facette duftet nach offener See und weckt Lust auf Freiheit. Sie lädt dazu ein, sich den Weiten zuzuwenden, gleichsam um sich besser auf sich selbst zu besinnen.

Die moschusartige Facette

Die moschusartige Facette zählt wohl zu den sanftesten Düften überhaupt. Moschus ist ursprünglich ein tierisches Produkt. Heute wird er jedoch synthetisch nachgebildet und hilft, natürliche, sehr sinnliche und herrlich betörende Parfums zu schaffen. Moschus kann mehr oder weniger stark dosiert sein. Er erfordert jedoch stets einen Parfumeur mit herausragendem Können, da er schnell betörend wirken kann. Kunstvoll eingesetzt, ist Moschus ein wahrer Genuss für die Sinne. Meist findet er sich in den Basisnoten der Parfums, mitunter steht er jedoch im Herzen der Kompositionen. Die moschusartige Facette ist ein Konzentrat an Sinnlichkeit, das selbst empfindliche Nasen erfreut und eine beinahe erotische Duftspur hinterlässt.

Die Facette Neue Frische

Die bei Männern sehr beliebte Facette Neue Frische wurde zunächst ausschließlich in der Herrenparfümerie verwendet. Inzwischen hat sie sich jedoch verbreitet und ist absolut universell geworden. Diese Facette verbindet Zitrusfrüchte mit einem frischen Riechstoff namens Dihydromyrcenol. Parfums dieser Kategorie hinterlassen über lange Zeit ein frisches und leicht fruchtiges Gefühl. Die Facette Neue Frische wird besonders für ihre Dynamik und ihre geballte Vitalität geschätzt. In der Regel ist sie vor allem in den Kopfnoten der Parfums präsent, um ihnen einen sehr luftigen Auftakt zu verleihen.

Die pudrige Facette

Ist in der Parfümerie von der pudrigen Facette die Rede, denkt man sofort an Iris. Dieser Inhaltsstoff zählt zu den edelsten der gesamten Palette des Parfumeurs und gilt als Referenz dieser Duftkategorie. Die Pflanze verströmt eine unvergleichliche Noblesse. Auch Veilchen trägt wesentlich zu dieser Wirkung bei. Diese Inhaltsstoffe hinterlassen ein wattiges, weiches und zartes Gefühl. Zudem erinnert ihr kosmetischer Charakter an den Duft des Reispuders vergangener Zeiten.

Die grüne Facette

Die grüne Facette hat mehrere Bedeutungen. Es kann sich um pflanzliche Parfums mit sehr natürlichem Duft handeln. Gemeint sein können aber auch grüne Früchte, die noch nicht ganz reif sind und einen säuerlicheren Geschmack abgeben. Einer der emblematischen Inhaltsstoffe dieser Facette ist Galbanum. Es hinterlässt einen pflanzlichen, erdigen, harzigen, aber recht kräftig aufsteigenden Eindruck. In der Regel werden Parfums mit grünen Facetten mit blumigeren oder Chypre-Tönen kombiniert.