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Liu von Guerlain, ein außergewöhnlicher aldehydischer Duft. Die 1920er-Jahre sind eine glanzvolle Zeit für die Parfümerie wie für das inzwischen große Haus Guerlain, das nach L’Heure Bleue, Mitsouko oder Shalimar unablässig und erfolgreich Neues schafft und innovative Akkorde vorstellt.

Erscheinungsjahr
1929
Zielgruppe
Damen
Duftfamilie
Blumig
Nebenfamilie
Grün
Konzentration
Eau de Parfum
EAN
3346470143258 (75 ml)
Liu

Bezugsquellen

Doch der legendäre N°5, den Ernest Beaux für Chanel komponierte, brachte Jacques Guerlain auf Ideen: Auch er spielte mit Aldehyden und schuf mit Liu einen blumigen, kraftvollen Duft von vollendeter Weiblichkeit. Dank des Könnens von Thierry Wasser erlebt Liu in der Kollektion Les Parisiennes der Exclusifs eine Wiedergeburt.

Liu – Jacques Guerlains Hommage an Puccinis Heldin

Mitsouko war eine romantische, leidenschaftliche Heldin aus dem Roman von Jacques Guerlains Freund Claude Farrère. Sie liebte einen englischen Admiral; mitten im Krieg war diese Liebe unmöglich, doch sie gab sie nie auf. Jacques Guerlain machte daraus ein Parfum.

Für Liu ließ sich Jacques Guerlain diesmal von einer Figur aus Puccinis Oper Turandot inspirieren. Liu ist eine junge Sklavin, die sich in Prinz Calaf verliebt und lieber den Tod wählt, als ihr Geheimnis preiszugeben und so den Untergang des Mannes zu riskieren, den sie begehrt. Die wilde, rebellische Liu ist also die Heldin, die Jacques Guerlain diesmal wählte, um einen Duft von kraftvoller, edler Weiblichkeit zu komponieren.

Liu ist daher so komponiert, dass zarte Blüten und belebende Frische, die für die Romantik stehen, hervortreten – im Kontrast zur Kraft der Aldehyde und der orientalischen Noten in der Basis, die Stärke und Entschlossenheit symbolisieren.

Laut Sylvaine Delacourte habe Jacques Guerlain in den Goldenen Zwanzigern Liu eben durch ein außergewöhnliches Parfum heraufbeschworen, das blumige Noten (Rose, Jasmin), pudrige Noten und aldehydische Noten vereine.

Der allererste aldehydische Duft des Hauses Guerlain: Liu

Neben der kraftvollen, aldehydischen Komposition bildete der schwarz lackierte Flakon von Liu bei der ersten Lancierung 1929 einen Kontrast zu den üblichen Flakons aus klarem Glas. Für diesen besonderen Flakon soll Madame Guerlain eine ihrer Teedosen zur Verfügung gestellt haben, an der sich Baccarat bei der Gestaltung orientiert habe. Heute hat Liu in der Kollektion Les Parisiennes sein schwarzes Lackkleid verloren, trägt aber den traditionellen „Bienen“-Flakon, der alle großen Guerlain-Düfte schmückt.

Liu eröffnet mit einem spektakulären Aufschwung von Aldehyden von vollendeter Weiblichkeit, verbunden mit Bergamotte aus Kalabrien und einer exotischen, strahlenden Neroliblüte. Jasmin und Mairose begegnen sich im Herz von Liu und verleihen ihm die Schönheit ihrer blumigen, zarten Düfte. Schließlich skizzieren Vanillenoten und holzige Noten die berühmte Guerlinade, die bei Liu von einigen pudrigen Iris-Akzenten getönt wird, welche dieser orientalischen Kraft Eleganz und Luxus verleihen.

Sylvaine Delacourte beschreibt Liu, Les Parisiennes, aus der Kollektion Les Exclusifs von Guerlain so: In einem strahlenden Hauch entfalteten sich leuchtende Aldehyde, ein sinnlicher Strauß Rosen und eine schmeichelnde Basis aus Vanille-, Iris- und Holznoten. Duft und Licht schwängen im Einklang, um alle Sinne zu fesseln. Sie strahlten gemeinsam in einer geheimnisvollen, festlichen und raffinierten Weise. Eine faszinierende, lyrische Erscheinung.

Duftpyramide

  1. KopfnotenDie ersten Minuten
  2. HerznotenDas Herz des Parfums
  3. BasisnotenWas bleibt

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