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L'Air du Temps

L’Air du Temps wurde 1948 lanciert und ist der Duft, der das Haus Nina Ricci groß gemacht hat. Francis Fabron verbindet darin Nelke und Gewürznelke mit einem Bouquet aus Gardenie, Jasmin und Rose auf einer pudrigen Basis aus Iris, Sandelholz und Eichenmoos. Robert Ricci wünschte sich einen Flakon als Träger des Friedens: Marc Lalique gab ihm 1951 seine zwei Kristalltauben. Im Lauf der Jahrzehnte mehrfach überarbeitet, zählt er weiterhin zu den bekanntesten würzig-blumigen Düften der Welt.

Angela (Now Smell This) findet darin einen großen Weißblütenduft, den die würzige Nelke davor bewahre, zum Brautstrauß zu werden; für Luca Turin und Tania Sanchez sei er bis auf die Knochen abgenutzt; Nigel Groom zählte ihn zu den fünf größten Parfums.

Was die Kritik sagt

Now Smell This: ein großer Weißblütenduft

Angela riecht am 22. Mai 2017 ein altes Extrait, vermutlich aus den 1990er-Jahren: einen großen, mit weißen Blüten beladenen Blumenduft, in dem sie Gardenie, Jasmin, Rose und Nelke unterscheide und den Rose und würzige Nelke davor bewahrten, zum Brautstrauß zu kippen.

Sie beschreibt eine seifige Moschusbasis, verdichtet durch Moos, Amber und Sandelholz, ein altmodisches Fundament, das man kaum noch rieche. Nichts daran sei in ihren Augen innovativ: wie frische Laken ein Basisstück, das nicht altere, aber nicht mehr frisch wirke.

Luca Turin und Tania Sanchez: ein erkennbares Skelett

In ihrem Führer von 2008, den Now Smell This zitiert, erkennen Luca Turin und Tania Sanchez den Duft noch ungefähr wieder, eine Lilie auf einer Basis aus salzigem Amber, urteilen aber, seine Qualität habe im Lauf der Jahre so stark nachgelassen, dass nur noch die Knochen zu sehen seien.

Nigel Groom: einer der fünf Großen

Nigel Groom berichtet in seinem Führer von 1999, man habe ihn mit Shalimar, N°5, Arpège und Joy zu den fünf größten Parfums der Welt gezählt, und irgendwo auf dem Planeten sei jede Sekunde ein Flakon davon verkauft worden.