Blumig
Heliotrop
Die Parfümerie ist ein uraltes Fachgebiet, dessen Fortschritte in den vergangenen Jahrhunderten besonders prägend waren. Zwar entstand sie bereits in der Antike, doch ihre Ausbreitung und die Vielfalt der darin verwendeten Pflanzen gehen eher auf das 16. Jahrhundert zurück. Unter den natürlichen Rohstoffen, die erst in jüngerer Zeit für ihre Duftwirkung entdeckt wurden, ist Heliotrop heute ein von Parfumeuren häufig verwendeter Inhaltsstoff.
Was ist Heliotrop?
Heliotrope sind Pflanzen aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), also krautige Pflanzen, die ätherische Öle bilden. Sie werden auch „Sankt-Fiacrius-Kraut“ genannt. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass sich ihre Blätter zur Sonne hin ausrichten. Weltweit gibt es insgesamt etwa 250 Arten, die überwiegend in subtropischen Regionen vorkommen. In Europa finden sie sich vor allem im Mittelmeerraum. In der Parfümerie werden jedoch am häufigsten Heliotrope südamerikanischer Herkunft verwendet. Sie sind blau, violett oder weiß gefärbt und werden oft mit dem Frühling in Verbindung gebracht.
Heliotrop in der Parfümerie
Heliotropin ist eine aromatische Verbindung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde. Ihr Duft wird heute mit der Headspace-Technik gewonnen, einem in den 1970er-Jahren entwickelten Verfahren, das darauf abzielt, die natürlichen Düfte einer Blüte so nachzubilden, wie sie in der Natur vorkommen, ohne die Blüte zu beschädigen. Ihr Duft wird jedoch auch im Labor aus anderen Rohstoffen nachgebildet. Heliotrop verleiht Damen- wie Herrendüften eine blumige Note, die zugleich vanillig, süß und balsamisch ist. Es macht die Düfte, in denen es enthalten ist, cremiger und erinnert in dieser Hinsicht ein wenig an Flieder. Allgemein ist Heliotrop ein sehr duftintensiver Rohstoff. Manche erkennen darin beinahe den Duft einer mit frischer Butter gebackenen Madeleine, doch es mangelt ihm nicht an Charakter, und es besitzt eine pfeffrige Facette, ähnlich der der Nelke.
Heliotrop wird in aktuellen Düften regelmäßig eingesetzt, seinen Höhepunkt erlebte es jedoch mit seiner Verwendung in L’Heure Bleue, dem berühmten Duft des Hauses Guerlain. Zudem widmete Reminiscence ihm einen ganzen Duft. Dieser trägt folgerichtig den Namen Héliotrope und wurde 2013 kreiert. Er steckt in einem opaken grünen Flakon, der viel über seine aromatische Facette verrät, spart aber dennoch nicht am Gourmandigen. So erinnert er fast eher an einen Macaron als an Heliotrop. Dessen ungeachtet hat er zumindest das Verdienst, diesen noch zu wenig bekannten und doch so häufig verwendeten Inhaltsstoff ins Gespräch zu bringen. Zudem fügt er sich hervorragend in die spritzige und betörende Welt der Marke Réminiscence ein.
Steckbrief
- Typ : Molécule
Parfums mit der Note Heliotrop
Blumig
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Orientalisch
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Aromatisch
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