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La Vierge de Fer

La Vierge de Fer: Zwischen unheilvollen Schatten und reinem Licht … Es gibt die klassische Parfümerie, und es gibt die Parfümerie von Lutens. Eine künstlerische Schöpfung des Augenblicks, ein wilder, poetischer Ausbruch, bei dem die Marketing-Parfümerie hinter originellen Noten und ebenso originellen Namen zurücktritt.

Das Universum der Parfümerie von Serge Lutens ist geheimnisvoll und farbenreich, hell und doch bisweilen dunkel, ein Universum, in dem Düfte entstehen, als sollten sie vor allem überraschen. Der Mann ist ein Künstler, der originelle, vor allem aber neuartige Parfums schaffen will. Für seine Kompositionen umgibt er sich mit einem der besten Parfumeure, vielleicht auch einem der freiesten: Christopher Sheldrake natürlich. Und für dieses Parfum mit dem Namen einer Marter wird die Folter göttlich …

La Vierge de fer, eine Komposition, die mit den Ängsten spielt, um ins Licht zu führen

Seit ihrer Begegnung für das revolutionäre und spektakuläre Féminité du bois Ende der 70er-Jahre haben Serge Lutens und Christopher Sheldrake unablässig gemeinsam großartige, poetische Kreationen komponiert, die vor allem meilenweit von den heutigen kommerziellen Kriterien der Parfümerie entfernt sind.

Denn beide Männer sind fantasievoll und wollen sich vor allem ihre schöpferische Freiheit bewahren, um seltene Parfums zu komponieren. Während der eine seine Emotionen in Düften vorschlägt, übersetzt der zweite, der Techniker, die Wünsche des großen Lutens in Parfums.

Serge Lutens erklärte gegenüber 20 Minutes, das Parfum sei heute ein soziokulturelles Produkt geworden. Er persönlich steige lieber auf den Grund der Dinge hinab; ein wahrer unterirdischer Samt, oder Velvet Underground, wie man auf Englisch sage, also das, was man selbst sei und was man brauche, um aus sich herauszutreten.

Für la Vierge de fer haben sich die beiden Männer den Spaß erlaubt, ein Parfum zu schaffen, das dem Bild, das sein Name in Anlehnung an ein mittelalterliches Folterinstrument vermittelt, völlig entgegengesetzt ist. Zudem haben sie ihr Prinzip der Hell-Dunkel-Kompositionen abgewandelt, um la Vierge de fer in einen leuchtenden Schein aus weißen Blüten, Grün, Früchten und Wärme zu tauchen.

Es ist daher nicht verwunderlich, in dieser Vierge de Fer keine eisige Stahlfrische zu finden. Im Gegenteil: la Vierge de fer und ihre blumig-fruchtigen Noten werden im Laufe der Entwicklung immer wärmer. Serge Lutens spielt stets damit, Spuren zu verwischen und Gegensätze einzusetzen; diese Vierge de fer ist dafür das perfekte Beispiel.

Rosen, Jasmin und Lilien für ein originelles Duftbouquet namens La Vierge de Fer

Serge Lutens legt die Inhaltsstoffe der Kompositionen, die der Magier Christopher Sheldrake für ihn entwickelt hat, nicht gern offen.

Folgt man den Angaben des Meisters, bestehe La Vierge de fer aus Aldehyden in den Kopfnoten, Lilie im Herzen und Weihrauch in der Tiefe. Tatsächlich tragen zahlreiche weitere Rohstoffe dazu bei, in dieser eigentümlichen Vierge de fer von der Kälte in die Wärme zu gelangen.

So sind die Aldehyde in den Kopfnoten letztlich vergleichsweise wenig präsent, entgegen dem, was man glauben gemacht haben könnte. Es sind vielmehr die grünen Noten und vor allem die fruchtigen Noten, die den Auftakt dieser Vierge de fer bilden. Laut Fachleuten handle es sich dabei um Duftnoten von Birnen, Äpfeln, ja sogar von Bananen oder weißen Pfirsichen. Serge Lutens liebt die Entdeckung und verbirgt diese saftigen Früchte, um sie umso besser entstehen zu lassen.

Doch das ist nicht die einzige Überraschung, die diese Vierge de Fer bereithält. Denn die jungfräuliche und kraftvolle Lilie taucht in das sehr „lutenssche“ Universum ein, das wohlbekannt ist, mit dem bei diesem Parfum jedoch niemand rechnet: den Orient und die Gewürze. La Vierge de fer ist somit eine seltene Reise, die mit der Frische und Fruchtigkeit der erwachenden Natur beginnt und in einer schönen, betörenden und würzigen Wärme endet, deren Geheimnis allein Serge Lutens kennt.

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