Clair de Musc
Clair de Musc: eine Nacht im Helldunkel von Serge Lutens. Nachdem er 1998 mit Musc Koubaï Khän den rohen, wilden Moschus erkundet hatte, legte Lutens 2003 mit Clair de Musc eine neue Interpretation dieser Animalität vor.
- Marke
- Serge Lutens
- Erscheinungsjahr
- 2003
- Parfumeur
- Zielgruppe
- Damen
- Duftfamilie
- Blumig
- Konzentration
- Eau de Parfum
Veröffentlicht

Bezugsquellen
Clair de Musc ist ein duftender Engelsgesang, in dem der Moschus hell und sanft sein will, um mit seiner göttlichen Sinnlichkeit zu umhüllen …
Clair de Musc, Musc Koubaï Khän und „Les Trois Nuits“
Gewohnt, tiefgründige Raubtiere oder dämonische Engel in Duftform vorzulegen, überraschte Serge Lutens, als er sich mit dem treffend benannten Clair de Musc der hellen Seite seiner Kraft zuwandte. Sanft wie die Nacht, die in die schönsten Träume trägt: Mit Clair de Musc scheint Serge Lutens gemeinsam mit seinem bevorzugten Parfumeur eine vollkommene Antithese zum kraftvollen Musc Koubaï Khän komponiert zu haben. Doch vielleicht handelt es sich nicht um einen Gegensatz, sondern um eine Ergänzung?
Die reizvolle, kurzlebige Kollektion Les Trois Nuits, die im September 2013 für Le Printemps Haussman zusammengestellt wurde, könnte eine der Antworten auf dieses Rätsel sein. Die Kollektion Les Trois Nuits stellte eine Zerlegung der Nacht nach Lutens anhand von drei ikonischen Düften vor: die magische Nacht mit Datura Noir, die wilde Nacht mit Serge Noir und die Nacht der Träume mit Clair de Musc.
Wäre der so zurückhaltende Clair de Musc also eine duftende Allegorie einer sanften Nacht, gewiegt von Märchen und Legenden? Erneut fällt Serge Lutens aus dem Rahmen und überrascht mit einem Parfum, das den gewohnten sinnlichen Tiefen seiner legendären Kompositionen diametral entgegensteht.
Clair de Musc, wo der Moschus seine Animalität zugunsten der Sanftheit aufgibt …
Der hübsche, schlichte und so anmutige Flakon lässt einen wollweißen Duft erkennen, wie ein Vollmond, der sich im Badezimmer niedergelassen hätte, um sich einfangen zu lassen. Ganz in Helligkeit gekleidet, verspricht Clair de Musc die Liebkosung einer ruhigen Nacht.
Wie um mit seiner unschuldigen Komposition noch stärker zu berauschen, eröffnet Lutens Clair de Musc mit Bergamotte und Neroli, cremig und anschmiegsam wie die Duftnoten von Kinderparfums. Dann enthüllt das Herz aus Rose seine unendliche blumige Reinheit, und seine Pastellfacetten scheinen ein Bild zu zeichnen, das einem Debussy gleicht, luftig und leicht. Die toskanische Iris erscheint in den Basisnoten, um dieses anmutige Ganze zu pudern und es der Zärtlichkeit des umhüllenden Weißen Moschus zu überlassen. Ein Hauch Sandelholz in dieser wattigen Sillage erinnert an die Sinnlichkeit der Lutens-Parfums.
Leichter denn je verspreche er eine Liebkosung; mit Mondschritten voranschreitend, vergesse der Moschus hier das Raubtier und bewahre nur dessen Haltung – so Serge Lutens über Clair de Musc.
Zwischen einem Ambre Sultan, einem Musc Koubaï Khän und Clair de Musc gibt es auf den ersten Blick nur wenige Gemeinsamkeiten, abgesehen von der gemeinsamen Handschrift von Lutens. Und doch erschiene es verkürzt zu glauben, Clair de Musc sei deshalb weniger ausgereift. Zumal er, endlich, wie manche sagen werden, eine sanfte und luftige Interpretation des Stars unter den Duftrohstoffen vorlegt: des Moschus. Neuartig, originell und zart, braucht dieser Lutens seine Vorgänger also keineswegs zu beneiden.
Duftpyramide
- KopfnotenDie ersten Minuten
- HerznotenDas Herz des Parfums
- BasisnotenWas bleibt
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