Bois des Iles
Bois des Iles, das Parfum von Chanel: Das Duo Ernest Beaux und Gabrielle Chanel vollbrachte in den 1920er-Jahren wahre Wunder. Neben dem legendären Kultduft N 5 schenkte der russische Parfumeur, von der großen Dame der Mode inspiriert, ihrem ganz neuen Parfumhaus auch den schönen N 22 sowie Gardénia und Bois des Iles.
- Marke
- Chanel
- Erscheinungsjahr
- 1926
- Parfumeur
- Zielgruppe
- Damen
- Duftfamilie
- Orientalisch
- Nebenfamilie
- Holzig
- Konzentration
- Eau de Parfum
Veröffentlicht

Bezugsquellen
Bois des Iles entwirft eine für seine Zeit sehr innovative Welt, indem es holzige Akkorde ins Feminine überhöht und mit opulenten Blüten und sogar einigen gourmandigen Noten verbindet. Ein Genuss …
Bois des iles oder die erstaunliche Modernität eines Parfums aus dem Jahr … 1926!
Gabrielle Chanel liebte das Originelle, und vor allem liebte sie es zu überraschen, ohne dabei die legendäre Eleganz ihrer Kreationen aufzugeben. Während N°5 gleich bei seiner Lancierung 1921 Furore machte, gerieten andere, ebenso meisterhaft komponierte Düfte neben dieser Duftlegende ins Abseits. Das könnte auf Bois des îles zutreffen, das sowohl durch seine Kühnheit, die mit dem Femininen und Maskulinen spielt, als auch durch seine gourmandigen Akkorde überraschte, die kaum den damaligen Trends entsprachen.
Gabrielle Chanel war eine der ersten Modeschöpferinnen, die erfolgreich sehr maskuline Stoffe wie Jersey mit sehr femininen Schnitten zu kombinieren wagte. Es überrascht daher kaum, dass die temperamentvolle Dame von Ernest Beaux einen holzigen Duft verlangte, wie er typischerweise Männern vorbehalten war, um ihn bis ins Äußerste feminin zu machen.
Zudem setzt das berühmte Bois des iles fruchtige Akzente, die kaum den Maßstäben seiner Zeit entsprachen. Zwar erlebte Bois des iles durch die Aufnahme in die Kollektion Les Exclusifs in den 2010er-Jahren eine Renaissance, in einer Zeit, in der gourmandige Parfums äußerst gefragt sind, doch Ernest Beaux und Gabrielle Chanel arbeiteten bereits 1926 daran …
Blumig und holzig: Das Parfum Bois des Iles spielt mit seinen gourmandigen Noten
Der Star dieses Bois des Iles, das als Lob auf ferne Reisen und auf die neuen Bestrebungen der Frau entworfen wurde, ist zweifellos das Mysore-Sandelholz. Hinzu kommt, dass diese Art von Sandelholz in den östlichen Religionen für Wohlbefinden und Beruhigung steht; vermutlich hat Chanel es nicht zufällig eingesetzt.
Bois des iles beginnt mit einem frischen, energischen Auftakt aus Bergamotte und Petitgrain, der – wie im Übrigen auch bei N°5 – von der nervösen, metallischen Kraft der Aldehyde gefärbt ist. Im Herz verbinden sich die sehr westlichen Pracht von Jasmin, Rose, Flieder und Gewürznelke mit den blumigen, exotischen Noten von Ylang-Ylang von den Komoren und Zimt. Die fruchtige Pfirsichnote bringt ihre Süße ein und wird durch die Chypre-Tiefe von Bois des Iles zu einer likörartigen Frucht. Vetiver und Mysore-Sandelholz verleihen einer gourmandigen, sinnlichen Vanille und Tonkabohne ihre holzige Kraft, so als würden Sonnenstrahlen die Haut genussvoll wärmen …
Laut Chanel sei Bois des Iles ein holziger Duft mit orientalischen Schwaden, in dem alles an Exotik erinnere: das kostbare Sandelholz, die schmachtende Sinnlichkeit der großen Ylang-Ylang-Blüten von den Komoren. Das Parfum sei für sich allein ein geheimnisvoller, ferner Kontinent.
Duftpyramide
- KopfnotenDie ersten Minuten
- HerznotenDas Herz des Parfums
- BasisnotenWas bleibt
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