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Vetiver

Die holzigen Noten des Vetivers oder natürliche Eleganz … Jahrzehntelang beherrschten Fougère-Düfte das Angebot für Herren. Erst 1957, mit dem allerersten Parfum mit dominierenden Vetivernoten des Hauses Carven, gewannen holzige Düfte endlich an Ansehen. So wurde Vetiver, eine tropische Pflanze mit Wurzelstock, zum Sinnbild der Duftfamilie der holzigen Düfte. Bis heute hält der Erfolg der Vetivernote an und erstreckt sich auch auf die Damenparfümerie …

Die Vetiverwurzel und der Durchbruch ihrer sanften Düfte rauchiger Hölzer

Vetiver ist eine Pflanze, die aus Indien stammt, aber in vielen tropischen Regionen wächst. Sie ähnelt stark dem in den Gärten der 1970er-Jahre beliebten Pampasgras; ihre feinen Halme können bis zu 2 Meter hoch werden. Für den bekannten Vetiverduft wird die getrocknete Wurzel des Grases verwendet und anschließend destilliert, während die feinen Blätter als Viehfutter dienen …

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren die olfaktorischen Eigenschaften des Vetivers kaum bekannt, und die Weltproduktion erreichte kaum eine Tonne. 1970 wurde dank des massiven Einsatzes in der Parfümerie und in der Aromatherapie der Rekordwert von 250 Tonnen erreicht. Die vier in der Parfümerie verwendeten Vetiverarten sind: Bourbon-Vetiver (von der Insel Réunion), indischer Vetiver, Haiti-Vetiver und Java-Vetiver. Am meisten geschätzt wird von Parfumeuren weiterhin der Bourbon-Vetiver, dessen feiner, erdiger Geruch eine rosige Note bietet; er ist allerdings sehr selten geworden.

Holzige Düfte und Vetiver

Vetiver, genauer gesagt seine Wurzeln, diente in der Parfümerie jahrzehntelang als Fixateur für Kopfnoten. Bis das bekannte Haus Carven beschloss, die Vetivernoten in den Mittelpunkt zu stellen und sie zur Hauptrolle eines Parfums zu machen, das ihren Namen trägt: „Vétiver“. Das 1957 erschienene Parfum wurde ein enormer Erfolg, der Vetiver endlich für seine olfaktorischen Qualitäten bekannt machte und zudem die Mode der holzigen Düfte begründete.

Vetiver besticht durch seine kräftigen, leicht rauchigen Düfte; er erinnert an Erde und Pflanzliches. Die Männer der 1960er-Jahre waren davon begeistert. So sehr, dass lebhafte holzige Düfte auf Vetiverbasis über Jahrzehnte zu einem Klassiker der Parfümerie wurden, den kurz darauf insbesondere die Häuser Guerlain und Givenchy aufgriffen. Doch auch Frauen schätzten Vetiver: Sie lernten ihn in „Chanel N°5“ oder „Calèche“ von Hermès kennen und nahmen ihn anschließend endgültig an …

Selbstverständlich ist der kräftige, rauchige Duft des Vetivers seit mehreren Jahrzehnten das Markenzeichen zahlreicher Herrendüfte. Allgemein gelten holzige Düfte als ausgesprochen maskulin. Und dennoch … Einige mutige Parfumeure wagten holzige Damendüfte und sogar Vetiverdüfte für Damen. 1992 erschien mit „Féminité du Bois“ von Shiseido der erste echte holzige Damenduft, der lange Zeit der einzige seiner Art bleiben sollte. Einige Jahre später, mit der Rückkehr pflanzlicher Düfte, wagten sich neue Parfumeure an Vetiver, etwa mit „Le Baiser du Dragon“ von Cartier oder „Vétiver pour Elle“ von Guerlain.

Steckbrief

  • Lateinischer Name : Vétiveria Zizanoïde
  • Herkunft : Plante
  • Land : HT
  • Verwendeter Teil : Racines
  • Typ : Naturel

Parfums mit der Note Vetiver

Fougère

Jimmy Choo

Man Extreme

Thymian · Schwarzer Pfeffer

Blumig

Balenciaga

Michelle

Aldehyde · Bergamotte · Maiglöckchen