
Destillation
Herstellungsverfahren
Das Prinzip der Destillation
Die Destillation ist ein Verfahren, das auf der Verdampfung von Wasser und der Fähigkeit des Wasserdampfs beruht, sich mit ätherischen Ölen anzureichern. Dazu werden Pflanzen oder andere zu destillierende Stoffe auf eine perforierte Platte im oberen Teil des Kessels einer Destillierblase gelegt. Der Kessel ist mit Wasser gefüllt, das zum Sieden gebracht wird. Der dabei entstehende Wasserdampf steigt auf und nimmt die Duftstoffe der Pflanzen im oberen Korb auf. Das Gemisch wird anschließend durch eine Rohrschlange und danach durch ein Kühlsystem geleitet, in dem es kondensiert. Dort wird die gewonnene Essenz in einem Essenzgefäß (oder einer Florentiner Flasche) aufgefangen, in dem sich die Flüssigkeiten aufgrund ihrer unterschiedlichen Dichte von selbst trennen. Die ätherischen Öle werden an der Oberfläche abgeschöpft und anschließend in der Parfümerie verwendet.
Die jahrtausendealte Praxis der Destillation
Die Destillation ist seit der Antike bekannt. Archäologen entdeckten im Norden des Irak eine Art primitiver Destillierblasen. Sie werden auf das Jahr 3500 vor Christus geschätzt. Ähnliche Gegenstände wurden auch in der Indusregion zwischen Pakistan und China sowie auf Kreta und in Ägypten, in Alexandria, gefunden. Ebenso wurde bei jüngeren Ausgrabungen eine Handschrift eines alexandrinischen Alchemisten aus dem 4. Jahrhundert mit der Abbildung einer Destillierblase gefunden. Im Abendland entwickelte sich die Destillation ab dem 12. Jahrhundert. Sie diente jedoch vor allem der Medizin und blieb Ärzten und Apothekern vorbehalten. Der kommerzielle Aufschwung dieser Praxis setzte erst im 17. Jahrhundert richtig ein und erfasste schließlich auch die Welt der Parfümerie. Die Destillation ist nach wie vor eine sehr wirksame Methode und wird bis heute in großem Umfang eingesetzt.
Die für die Destillation erforderlichen Bestandteile
Die Destillation ist ein Verfahren, das nur wenige Bestandteile erfordert. Der wichtigste Teil dieses Herstellungsverfahrens ist die Auswahl der Pflanzen, aus denen die Aromen gewonnen werden. Sie werden wegen ihrer Dufteigenschaften ausgewählt und können mitunter enorme Preise erreichen. Zudem erfordert die Herstellung mancher Parfums gewaltige Mengen an Blüten. Mitunter sind 5 bis 6 Tonnen Pflanzen nötig, um ein einziges Kilo ätherisches Öl zu gewinnen. Das andere unverzichtbare Werkzeug der Destillation ist die Destillierblase. Dabei stehen sich zwei Systeme gegenüber. Beim ersten handelt es sich um einen Kessel, der am Boden Wasser enthält und in dem die Pflanzen darüber auf einem Gitter liegen. Das zweite System sieht einen separaten Dampferzeuger vor, der Dampf unter Druck in den Kessel einleitet. Der letzte erforderliche Bestandteil schließlich ist das Wasser zur Erzeugung des Dampfs.
Obwohl die Destillation in der Parfümerie sehr verbreitet ist, ist sie nicht das einzige Verfahren zur Herstellung von Parfums. Sie lässt sich zudem nicht auf alle Stoffe anwenden, und zahlreiche weitere Verfahren sind unverzichtbar, um die beeindruckende Menge an Düften herzustellen, die heute im Handel erhältlich ist.