Chypre
Myrte
Die Myrte: das Mittelmeer und seine Düfte. Die Myrte ist eine heilige Pflanze der Antike, die mit der Göttin der Liebe verbunden war und neben ihren zahlreichen Heilwirkungen Brautpaaren Glück bringen sollte. Diese Pflanze der mediterranen Macchia mit ihren honigartigen Düften und pfeffrigen Blüten wurde bereits von den Römern wegen ihres schönen Duftes verwendet. Die Myrte gehört zu den aromatischen Rohstoffen und wird heute häufig in der Herrenparfümerie eingesetzt, vor allem in Verbindung mit Chypre- oder orientalischen Noten.
Eine elegant duftende Mittelmeerpflanze: die Myrte
Der kleine Strauch ist seit Urzeiten bekannt, insbesondere seit der Antike, in der er den Liebesgöttinnen Venus und Aphrodite geweiht war. Die Myrte gehörte daher neben Olivenbaum und Lorbeer zu den Blätterkränzen, die Brautpaare trugen, um ihnen Glück zu bringen, aber auch zu dem Kranz, den man damals großen Siegern verlieh. Dieser Hochzeitsbrauch ist in einigen Mittelmeerländern bis heute lebendig.
Bereits im Mittelalter wurde aus der Myrte durch Destillation der Blüten und Blätter ein erlesenes und sehr berühmtes Blütenwasser hergestellt, „L'eau d'ange“. Die Myrte inspirierte offenkundig die Parfumeure, die sie früh in Chypre-Herrendüften verwendeten.
Das ätherische Myrtenöl und die Chypre- und orientalischen Herrendüfte
Die unbestrittene und unbestreitbare Vorherrschaft der aromatischen Herrendüfte hat dieser heiligen und so duftenden Pflanze, der Myrte, Ehre erwiesen. In aromatischen Chypre-Düften entfaltet die Myrte die ganze Schönheit ihres harzigen und honigartigen Duftes in den Kopfnoten oder sogar in den Herznoten.
So bietet „Antaeus“ von Chanel 1981 den Herren einen Duft, der die traditionelle Chypre-Formel von Coty aufgreift und ihr zugleich die Kraft aromatischer Akkorde aus Salbei und Myrte in den Kopfnoten sowie einen Hauch animalischer Noten hinzufügt, was seine kräftige Sillage verstärkt. „La Nuit“ von Paco Rabanne präsentiert 1985 ebenfalls einen Chypre-Duft auf der Grundlage aromatischer Kopfnoten aus Myrte, Bergamotte und Beifuß, der diesmal grüne und fruchtige Noten verströmt, die im Herrensortiment zumindest ungewöhnlich sind. Die Myrte scheint demnach aktiv an der Erneuerung der Chypre-Düfte beteiligt zu sein, die die Nasen in den 80er-Jahren vorantrieben, denn einige Jahre später wird die Myrte sogar zur Herznote eines großen Chypre-Duftes mit ledrigen Facetten, „Boss Spirit“ von Hugo Boss.
Die Düfte der Myrte erinnern natürlich auch an die zarten Aromen der Mittelmeerküsten, wo sie bis heute wächst. Folgerichtig ist die Myrte einer der idealen Rohstoffe für holzige oder zitrische Düfte, die die sanften Aromen des Südens verströmen sollen. Zu nennen sind „Acqua d’estate essenza“ von Ermenegildo Zegna, „Blu Mediterraneo ‘Mirto’“ von Acqua di Parma oder auch „Costa Azzurra“ von Tom Ford.
Schließlich setzt die orientalische Duftfamilie die Myrte als Kopfnote ein, um würzige und exotische Noten zur Entfaltung zu bringen und zugleich einen sanften, aber klaren Auftakt zu bieten. Zu nennen sind „Ambre Sultan“ von Serge Lutens oder auch „Ambre Précieux“ von Maître Parfumeur et Gantier.
Die Myrte ist somit der Rohstoff der Herrendüfte, die aromatische, frische und markante oder sogar süßere und blumige Noten suchen. Bei den Damendüften gibt es zwar einige Unisex-Düfte wie „L'Eau Trois“ von Diptyque oder „Vintage Gardenia“ von Jo Malone, doch Damendüfte auf Myrtenbasis sind selten. Gerade weil sie selten sind, seien sie genannt: Caron wagte 1939 mit „Alpona“ die Myrte als Basisnote eines blumigen Duftes, und viel später erschien 1989 „Jardin Blanc“ von Maître Parfumeur et Gantier. Für Frauen bietet sich so an, die Myrte in den Parfums ihrer Ehemänner zu entdecken.
Steckbrief
- Lateinischer Name : Myrtus Communis
- Herkunft : Plante
- Land : MA
- Verwendeter Teil : Feuilles et Tiges
- Typ : Naturel
Parfums mit der Note Myrte
Chypre
Orientalisch
Holzig
Aromatisch
Zitrisch
Holzig
Zitrisch
Zitrisch