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Maiglöckchen

Das Maiglöckchen ist eine einjährige Pflanze, die im Frühling blüht. Seine kleinen weißen, glockenförmigen Blütentrauben an kurzen Stielen sind sehr elegant und aromatisch. Maiglöckchen wachsen in gemäßigten Zonen. 85 % der in Frankreich erzeugten Maiglöckchenstängel stammen aus Nantes, der Rest wird in Bordeaux angebaut. Frankreich produziert jährlich 60 Millionen Maiglöckchenstängel, hinzu kommen 10 %, die in den Wäldern wachsen. Das Maiglöckchen ist als Glücksblume bekannt, die man am 1. Mai verschenkt. Das Maiglöckchen ist sehr giftig, wird aber in der Medizin bei Verdauungsbeschwerden und Herzproblemen eingesetzt. Am häufigsten kommt es in der Parfümerie zum Einsatz.

Die Verwendung des Maiglöckchens in der Parfümerie

Die Maiglöckchennote wird häufig in der feinen Parfümerie, aber auch zur Beduftung von Raumprodukten verwendet. Bereits im 16. Jahrhundert war der Duft des Maiglöckchens sehr geschätzt. Als „muguet“ bezeichnete man damals übrigens einen eleganten, vornehmen jungen Mann. Das Maiglöckchen ist ein empfindlicher natürlicher Rohstoff, der sich nur schwer verarbeiten lässt. Aus Maiglöckchenblüten lassen sich durch Extraktion oder Destillation keine Duftessenzen gewinnen, doch kann der Duft mit anderen Essenzen nachgebildet werden. Heute wird das Maiglöckchen häufig als Herznote von Damendüften eingesetzt, allerdings in synthetischer Form. Zahlreiche Parfums der blumigen Duftfamilie werden mit Maiglöckchen akzentuiert. Die Komposition dieser Parfums wird von Maiglöckchen-Akkorden dominiert. Manche Düfte kombinieren das Maiglöckchen in ihrer Herznote mit anderen Rohstoffen wie Geißblatt, Orangenblüte, Weißdorn und Alpenveilchen. Zu beachten ist, dass das Maiglöckchen unabhängig von seiner Verwendung eine äußerst giftige Pflanze ist. Der Verzehr von Maiglöckchen kann schon in geringen Mengen innerhalb weniger Minuten zum Tod führen.

Düfte auf Maiglöckchenbasis

Sehr viele Parfums enthalten einen Maiglöckchenduft. Ausgewählt wurden zwei berühmte Düfte mit einer Maiglöckchennote in ihrer Komposition. Diorissimo von Dior, lanciert 1956, ist nicht nur eine Ikone, sondern auch der Duft, der den Geruch des Maiglöckchens am besten wiedergibt. Das Maiglöckchen ist die Lieblingsblume von Christian Dior und zugleich das Emblem seines Modehauses. Geschaffen wurde der Duft von Edmond Rounitska, der die süßliche, synthetische Ausrichtung der Parfums der Nachkriegszeit beklagte; er entschied sich für das Maiglöckchen, einen Rohstoff mit natürlichem Duft, der fern von Küchenaromen liegt. Schon im Auftakt ist die Leichtigkeit des Ylang-Ylang aus Mayotte zu erkennen, die einen gelassenen, reinen Eindruck vermittelt. Der Maiglöckchen-Akkord liegt in der Herznote, begleitet von einer subtilen grün-fruchtigen Note. In der Basis verleiht Jasminabsolue aus Ägypten diesem frischen Damenduft auf Maiglöckchenbasis Sanftheit.

Ein weiteres klassisches Parfum mit einer Maiglöckchennote ist Anaïs Anaïs von Cacharel. Kreiert 1978, aber erst 1985 lanciert, wurde das Parfum 2014 reformuliert. Das angestrebte Bild ist das eines sanften, aber anziehenden jungen Mädchens in voller Blüte. Die Wiederholung des Vornamens Anaïs steht zugleich für die Unschuld und die Sinnlichkeit einer Lolita. Der Maiglöckchen-Akkord verbindet sich in diesem Parfum mit Hyazinthe, Jasmin und Orangenblüte zum Duft der Lilie, da sich aus ihr keine natürliche Essenz gewinnen lässt. Holzige, amberartige und ledrige Noten bilden die Basis dieses Parfums mit seinem leichten Maiglöckchenduft.

Steckbrief

  • Lateinischer Name : Convallaria majalis
  • Herkunft : Artificielle
  • Typ : Reproduction

Parfums mit der Note Maiglöckchen

Blumig

Balmain

Vent Vert

Bergamotte · Basilikum

Blumig

Louis Vuitton

Apogée

Maiglöckchen · Jasmin · Magnolie

Aromatisch

Burberry

Baby Touch

Rhabarber · Orange · Mandarine

Blumig

Rochas

Byzance

Aldehyde · Zitrone

Zitrisch

Cacharel

Pour L'Homme

Muskatellersalbei · Lavendel · Muskatnuss