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Baummoos

Baummoos: Bäume liefern die schönsten Chypre-Düfte. Die Natur ist wohl die größte Inspirationsquelle für die Nasen der Parfumeure. Baum- oder Eichenmoos inspirierte René Coty offenkundig stark, als er 1917 Chypre schuf. Aus diesem Parfum ging eine ganz neue Duftfamilie hervor, die einen der bekanntesten Rohstoffe ländlicher Gegenden verwendete und bis heute verwendet: das Baummoos, genauer die Flechte, die sich auf Baumstämmen bildet. Holzig, erdig, mit dem Geruch eines ruhigen Waldspaziergangs – die Facette des Baummooses besticht nach wie vor durch ihre olfaktorische Kraft ebenso wie durch die Vorstellungen, die sie weckt …

Wenn Holz und Flechte zu kostbaren Duftessenzen verarbeitet werden

In den Wäldern ländlicher Gegenden, fern von städtischer Luftverschmutzung und hektischem menschlichem Treiben, wachsen auf den Bäumen langsam Flechtenschichten heran – halb Pilz, halb Alge –, die im Winter und Frühling geerntet und zu einem Absolue verarbeitet werden, aus dem Parfum wird. Für 1 kg Absolue aus Baum- oder Eichenmoos müssen 100 kg Moos geerntet werden, was zeigt, wie mühsam diese Arbeit ist. Das Baummoos wird mit Lösungsmitteln vermischt und anschließend mit Alkohol gewaschen; in diesem Alkohol wird die kostbare Substanz gewonnen, die die Nasen der Parfumeure begeistert.

Das Verfahren ist einfach, und Baummoos-Absolue lässt sich tatsächlich aus zahlreichen Baumarten gewinnen, etwa aus Eschen, Zedern, Tannen und Eichen … Die Bezeichnung Eichenmoos ist daher nicht mehr an die botanische Herkunft gebunden: Ein „Eichenmoos“ kann in der Parfümerie von jeder beliebigen Baumart stammen … Genauer betrachtet liefert allerdings jede Baumart Moose mit unterschiedlich nuancierten Duftnoten.
Schließlich hängt die Ernte des Baummooses selbstverständlich vom Zustand der Umwelt ab, denn die Flechte wächst, wie bereits erwähnt, nur in unbelasteten Gebieten. Es bleibt zu hoffen, dass dieser wunderbare natürliche Rohstoff nicht ebenfalls eines Tages verschwindet …

Unverzichtbar für Chypre-Parfums: Baummoos

Baum- oder Eichenmoos erlebte seine erste Glanzzeit selbstverständlich mit der Schöpfung des berühmten „Chypre“ von René Coty. In den Basisnoten zusammen mit kräftigem Patchouli eingesetzt, verlängert das Baummoos den Duftgenuss mit seinen lang anhaltenden rauchigen und erdigen Noten in einer Komposition, die durch die Komplexität ihrer Verbindung allein eine neue Duftfamilie begründete: die Chypre-Düfte.

Auch wenn sich seit René Coty und „Chypre“ die Chypre-Düfte für Damen wie für Herren um verschiedene Akkorde (fruchtig, ledrig, aromatisch, blumig oder aldehydisch) stark ausdifferenziert haben, sind die holzigen Noten des Baummooses einer der wesentlichen Bestandteile dieser charaktervollen Duftfamilie geblieben.

In den 1990er-Jahren wäre das Baummoos allerdings beinahe verschwunden, da es im Verdacht stand, potenziell allergen zu sein. Glücklicherweise tauchte dieses fabelhafte Moos in den 2000er-Jahren in neuen blumigen Chypre-Akkorden wieder auf, etwa in „Miss Dior“ oder im Duft „Mon Paris“ von Yves Saint Laurent. Bei den Herrendüften mit Baummoos-Noten bleibt der Kultduft „Eau Sauvage“ von Dior ein Klassiker, daneben haben sich weitere bei Männern ebenso geschätzte Düfte etabliert, etwa „1881 pour Homme“ von Cerutti.

Steckbrief

  • Lateinischer Name : Evernia Furfuracea
  • Herkunft : Arbre
  • Land : FR
  • Verwendeter Teil : Lichen
  • Typ : Naturel

Parfums mit der Note Baummoos

Holzig

Courrèges

Homme

Bergamotte · Minze · Muskatellersalbei

Blumig

Elle

So Pretty

Mandarine · Bergamotte · Himbeere