Chypre
Costus
Costus oder Costuswurzel: animalische Noten auf Basis pflanzlicher Wurzeln. Costus ist eine ansehnliche krautige Pflanze, die im Hochland Indiens wächst. Für ihre Heilwirkung ist sie seit jeher bekannt. Weniger bekannt ist dagegen, dass Costus, insbesondere seine Wurzel, seit mehreren Jahrhunderten verwendet wird, um die in Herrendüften so geschätzten animalischen Noten zu liefern. Heute ist die Costuswurzel wegen ihres stark allergenen Potenzials vom Verkauf ausgeschlossen; die Chemie hat ihre olfaktorischen Eigenschaften jedoch nachgebildet und stellt sie den schönsten Herrendüften zur Verfügung.
Costus, die ansehnliche indische Pflanze der Höhenlagen
Costus ist eine hochwüchsige Pflanze mit schmalen, langgestreckten Blättern, die in Indien ausschließlich in Höhenlagen zwischen 2.000 und 5.000 Metern wächst. Trotz sehr schwieriger Erntebedingungen gilt Costus sowohl in der chinesischen als auch in der ayurvedischen Medizin als starkes Heilmittel und ist im chinesischen Arzneibuch unter den 50 unverzichtbaren Heilpflanzen verzeichnet.
Die Europäer, die bei der Entdeckung neuer Welten deren pflanzliches Potenzial besonders begehrten, nutzten die Costuswurzel natürlich wegen ihrer Heilwirkung, aber auch wegen ihres kräftigen, edlen Duftes, der sich sehr gut mit anderen animalischen Duftnoten verbindet. Zwar bleibt Costus einer der bevorzugten Rohstoffe für Herrendüfte, doch seine Wurzel ist wegen ihrer Gefährlichkeit verboten. Verschiedene synthetische Moleküle bilden heute den einzigartigen staubigen, gipsartigen Duft dieser Pflanze mit ihren ledrigen Facetten nach.
Die Verwendung der Costuswurzel in Parfums mit animalischen Noten
Mit seinem Geruch nach Staub und Erde gehört Costus ganz selbstverständlich zur Familie der animalischen Noten. Wenn sich Costus dennoch in prachtvollen Fougère- oder holzigen Düften entfaltet, dann vor allem dank seiner vorteilhaften Verbindung mit anderen Noten, die ihn „reinigen“. Die bekannte Parfumschöpferin Annick Goutal scheut sich nicht, den Geruch von Costus mit wenig empfehlenswerten Gerüchen zu vergleichen: Sein Geruch sei recht eigenartig, sie schwanke zwischen dem Geruch schmutziger Socken, fettiger Haare und dem Geruch einer Ziege … in einer Komposition könne er aber hervorragend sein. Und doch!
Costus erscheint nahezu systematisch in den Basisnoten holziger Düfte und Fougères, verbunden mit Moschus, Amber, Leder und Weihrauch, die schönen natürlichen und – man darf es ruhig sagen – männlichen Düften Kraft und eine tiefe Sillage verleihen. So findet sich Costus im schönen ledrigen Fougère „Kouros“ von Yves Saint Laurent, im holzigen Chypre „Gentleman“ von Givenchy, aber auch in neueren Düften wie „Cerruti 1881 Acqua Forte“ von Cerruti.
Kurz: Costus ist DER Akzent bekennender Männlichkeit. Frauen dürften so viel Geruch nach schmutzigen Socken in ihren Parfums tatsächlich nicht unbedingt gern sehen. Dabei vergessen sie, dass die animalische Note auch in ihren Düften steckt … allerdings unter Namen, die sie weniger tierisch wirken lassen. Einige Parfumschöpfer haben dennoch Unisex-Düfte mit Costus gewagt, oft orientalischer Prägung, etwa „Rien“ von État Libre d'Orange oder „Muscs Koublaï Khän“ von Serge Lutens.
Steckbrief
- Lateinischer Name : Saussurea Lappa
- Typ : Reproduction
Parfums mit der Note Costus
Chypre