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Bienenwachs

Bienenwachs: Rundheit und Animalik der Honignote. Jeder kennt den köstlichen Geschmack von frisch geerntetem Honig, der im Mund zergeht und mit seinen warmen, süßen Aromen den gourmandigen Geruchssinn anspricht. Bienenwachs, das von den fleißigen kleinen Arbeiterinnen erzeugt wird, dient auch als natürlicher Rohstoff in der Parfümerie. Besonders rund und mit zahlreichen Noten leicht zu kombinieren, ist es wohl die weichste und sanfteste aller animalischen Noten. Es ist vielleicht auch kein Zufall, dass Guerlain die Biene als Symbol des Hauses gewählt hat.

Bienenwachs-Absolue: eine historische animalische Note der Parfümerie

Mit der Rückkehr natürlicher Produkte und Rohstoffe in die Parfümerie tauchen manche Noten wieder erfolgreich auf, auch wenn sie eine Zeit lang in Vergessenheit geraten waren. Das gilt für Bienenwachs und sein Absolue.

Guerlain verwendete die Biene schon bei seinen ersten Flakons als Dekor der zarten Flakons von Eau de l’impératrice und stellte die kleine Sammlerin seither immer wieder dar, sei es in den Verzierungen seiner Flakons oder in den Kompositionen seiner bedeutendsten Parfums. So ist Bienenwachs weit mehr als nur eine weitere animalische Note: Mit seinen verschiedenen Facetten prägt es die Parfums mehrerer Jahrzehnte.

Als animalische Note wird es heute freilich nicht mehr bezeichnet, da der Begriff zu sehr an das sinnlose Töten von Zibetkatzen oder Moschustieren für bloße Parfums erinnert. Die Honignote bleibt dennoch unwiderstehlich und ist vergleichsweise leicht zu gewinnen, da sie aus der Natur stammt, aus den Bienenstöcken, die auch den begehrten Honig liefern. Bienenwachs lässt sich zwar nicht zu ätherischem Öl verarbeiten, mithilfe von Lösungsmitteln, die den Rohstoff veredeln, entsteht jedoch ein Absolue, aus dem der bekannte gourmandige Duft hervorgeht.

Die Honignote: die Wärme des Bienenwachses und blumige Parfums

Folgerichtig gibt es ebenso viele Sorten von Bienenwachs-Absolue wie Honigsorten. Der Rohstoff, den die Biene hervorbringt, eröffnet damit eine äußerst breite olfaktorische Palette. Zudem finden sich Honignoten in Blüten wie Geißblatt, Mimose oder Ginster, aber auch in Form synthetischer Moleküle. Die Möglichkeiten der Honignote erscheinen damit nahezu unbegrenzt.

Wie bereits erwähnt, ist das Haus Guerlain der Biene und dem Bienenwachs besonders verbunden. Folgerichtig tragen viele seiner Parfums mehr oder weniger ausgeprägte Noten davon. Ein Sinnbild dieser Verbundenheit ist „L’Instant pour Femme“, ein Guerlain-Duft von Annick Goutal, der die berühmte „Guerlinade“ um die Idee eines Zitrushonigs gestaltet. Dieselbe Parfumeurin schuf 1985 außerdem ein prachtvolles blumiges Parfum rund um Bienenwachs, in der Basis kombiniert mit weißem Moschus und Sandelholz.

Bienenwachs scheint eher für blumige Parfums bestimmt zu sein als für andere Duftfamilien. Doch auch orientalische Düfte bieten schöne Akkorde mit dem zarten Bienenwachs, etwa „Chypre rouge“ und „Un bois vanille“ von Serge Lutens. Auch die Chypre-Düfte haben gewiss noch nicht ihr letztes Wort gesprochen und zeigen sich durch die Verbindung von Bienenwachs und Castoreum männlicher. Obwohl Bienenwachs seltener wird, dürfte es die Parfumeure mit seinen unendlich vielfältigen Facetten weiterhin faszinieren.

Steckbrief

  • Herkunft : Abeille
  • Land : FR
  • Verwendeter Teil : Cire
  • Typ : Naturel

Parfums mit der Note Bienenwachs

Chypre

Jean Paul Gaultier

Scandal

Orange · Mandarine