Zitrisch
Sellerie
Sellerie: Auch Gemüse aus dem Küchengarten liefert schöne würzige Düfte. Sellerie ist eine seit der Antike bekannte Pflanze, die in der Küche regelmäßig wegen ihres besonderen Geschmacks verwendet wird, der Speisen eine leicht säuerliche Note verleiht. Im Zuge der Rückkehr zu natürlichen Rohstoffen haben einige Parfumeure die Selleriernote wegen ihrer Tiefe und Wärme eingesetzt. Originell und interessant für neuartige Duftspuren, hat Sellerie schließlich Einzug in die Parfümerie gehalten.
Kann Sellerie tatsächlich ein Rohstoff der Parfümerie sein?
Als halbwilde Pflanze, die lange eher als dekorativ denn als appetitlich galt, schien Sellerie auf den ersten Blick keine Zukunft in der Welt der Düfte zu haben – und doch kam es anders.
Der wilde Sellerie (in der Antike Eppich genannt) diente bei den Griechen als Tischschmuck und bei den Römern in den bekannten Lorbeerkränzen. Später entdeckte man seine heilkundlichen Eigenschaften, und erst Jahrhunderte danach rückten sein Geschmack und der große Gewinn, den Sellerie für die Gastronomie bedeuten konnte, in den Vordergrund.
Mit seinem aus den Samen gewonnenen ätherischen Öl erschließt sich Sellerie ein neues Feld: die Parfümerie. Sein warmer, kräftiger und würziger Duft verleiht Kompositionen eigenständige Facetten und eine tiefe Sillage. Vor allem um das Jahr 2000 wird er zum Partner gelungener holziger Herrendüfte.
Die Selleriernote in würzigen Herrendüften
Als Herznote oder Basisnote findet Sellerie im neuen Jahrtausend Eingang in holzig-würzige und holzig-aromatische Düfte.
In „Oxygène pour homme“ von Lanvin erscheint Sellerie in der Basis, verbunden mit Weißem Moschus, und verleiht den würzigen und maritimen Noten der Komposition Tiefe und Originalität. In „Aura for men“ von Jacomo wird derselbe Basisakkord aus Sellerie und Weißem Moschus eingesetzt, um Gewürze und fruchtige Feigennoten hervorzuheben.
In „Romance pour homme“ von Ralph Lauren dagegen bilden Sellerie und Basilikum kräftige, berauschende Kopfnoten, die den Duft zu Gewürzen und zitrischen Noten hinführen und zugleich eine Duftspur aus Weißem Moschus und kräftigem Sandelholz hinterlassen.
Nahezu zeitgleich erscheinen bei den Damendüften zwei sehr originelle Kompositionen auf Basis der Selleriernote: der blumig-zitrische „IKKS Woman“ von IKKS und der holzig-fruchtige „Purple Fantasy“ von Guerlain. In beiden Parfums steht Sellerie direkt in der Basis, bei IKKS verbunden mit Erdbeere und Weißem Moschus, bei Guerlain mit Feige.
Festzuhalten ist, dass Sellerie in der Parfümerie noch relativ selten vorkommt, in völlig neuartigen Düften, ausgesprochen kreativen Kombinationen und wenig verbreiteten Parfums jedoch heraussticht. Bemerkenswert ist zudem, dass das bekannte Haus Monsillage aus Québec mit seinem ungewöhnlichen Duft „Eau de céleri“ bei den Art and Olfaction Awards in Los Angeles 2015 eine in der Branche begehrte Auszeichnung gewann. Sellerie ist damit ein bemerkenswerter Rohstoff der Parfümerie.
Steckbrief
- Lateinischer Name : Apium Graveolens
- Herkunft : Plante
- Land : IN
- Verwendeter Teil : Graines
- Typ : Naturel
Parfums mit der Note Sellerie
Zitrisch
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