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Kalmus

Die Parfümerie hat sehr weit zurückreichende Ursprünge, deren Anfänge meist im Alten Ägypten verortet werden. Auch wenn die Fortschritte auf diesem Gebiet stetig waren und sich der Sektor heute erheblich weiterentwickelt hat, finden sich in Parfums nach wie vor uralte Inhaltsstoffe. Der Kalmus gehört zu ihnen: Er veredelt Düfte und verleiht ihnen zugleich eine frische, aquatische Note.

Kalmus, eine seit Jahrtausenden bekannte Wasserpflanze

Der Kalmus ist eine Art Binse aus der Familie der Palmengewächse (Arecaceae), zu der auch die Palme zählt. Sein Name stammt vom griechischen „calamos“, was „Schilfrohr“ bedeutet. Er bezieht sich auf die dünnen Stängel, die denen des Schilfrohrs ähneln. Kalmus kommt vor allem in Südostasien vor, insbesondere in den Wäldern im Westen Malaysias. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Kletterpalme, die rasch lianenartig wächst. Der Durchmesser der Stängel variiert stark und reicht von wenigen Millimetern bis zu mehr als 10 cm. Ebenso kann die Länge zwischen wenigen Zentimetern und mehr als 200 m betragen. Die Blätter sind gefiedert, dornig oder mit Haken besetzt. Die Pflanze ist tatsächlich seit Jahrtausenden bekannt und gehörte zu den Bestandteilen duftender Zubereitungen im alten Mesopotamien. Sie diente unter anderem zur Herstellung des berühmten ägyptischen Kyphi.

Der oft verkannte Geruch des Kalmus

Das ätherische Öl des Kalmus kann durch Wasserdampfdestillation aus den Rhizomen gewonnen werden, seltener auch aus den Blättern. Seine Zusammensetzung kann jedoch je nach Herkunft des verwendeten Kalmus stark schwanken. So zeichnen sich manche Kalmussorten durch einen hohen Anteil an Beta-Asaron aus, während andere mehr Methylisoeugenol enthalten und dadurch würziger wirken. Obwohl Kalmus ein beinahe biblischer Duftrohstoff ist, wird er heute nur sehr selten verwendet. Sein olfaktorisches Profil ist recht ambivalent und lässt sich nicht immer leicht mit anderen Gerüchen kombinieren. Kalmus ist damit ein schwer einzuordnender Rohstoff in der Palette des Parfumeurs. Er ist so vielschichtig, dass er allein zahlreiche Duftfacetten in sich vereint: Er ist zugleich würzig, aromatisch, krautig, grün, süß und ledrig. Zudem steckt der Kalmus voller Widersprüche: Er verströmt einen fast cremigen Hauch, obwohl er nichts Essbares an sich hat.

Heute wagen sich nur wenige Parfums an diesen Rohstoff. Kalmus findet sich dennoch in Eau Duelle von Dyptique, Un Jardin sur le Nil von Hermès und Acteur von Azzaro. Allein die Marke Comme des Garçons hat einen Duft geschaffen, der ihm vollständig gewidmet ist. Er trägt den Namen Calamus und kam im Jahr 2000 auf den Markt.

Steckbrief

  • Lateinischer Name : Acorus Calamus
  • Herkunft : Roseau
  • Land : IN
  • Verwendeter Teil : Rhizomes
  • Typ : Naturel

Parfums mit der Note Kalmus