Orientalisch
Guajakholz
Eine warme, rauchige holzige Essenz Bis zum Aufkommen holziger Düfte in den 1960er-Jahren war Guajakholz weit mehr für seine außerordentliche Festigkeit bekannt als für die olfaktorischen Qualitäten seiner Essenz. Doch schon mit den ersten holzigen Düften wurde die Rinde des Guajakholzes rasch als Fixativ eingesetzt, aber auch als Rohstoff, der dem Vetiver mitunter zum Verwechseln ähnelt. Heute verwenden zahlreiche Parfums Guajakholz als Basisnote, um eine stabile Struktur zu schaffen, aber auch als Herznote, um es mit typisch holzigen Duftnoten wie Zeder oder Sandelholz zu verbinden.
Die späte Entdeckung des Guajakholzes in der Parfümerie
Der lateinische Name des kleinen südamerikanischen Guajakbaums bedeutet „Holz des Lebens“, vielleicht weil es zu den dichtesten und widerstandsfähigsten Hölzern der Welt zählt. So wurde Guajakholz, lange bevor es in der Parfümerie oder auch wegen seiner Heilwirkungen genutzt wurde, zum Bau bestimmter Schiffsteile, für Holzspielzeug, Möbel oder sogar … für Bowlingkugeln verwendet.
Das aus der Rinde des Guajakholzes gewonnene Harz wurde jedoch bereits 1884 als Heilmittel anerkannt, wegen seiner entzündungshemmenden, antioxidativen, antirheumatischen und sogar aphrodisierenden Eigenschaften. Erst mit dem Aufkommen holziger Düfte auf dem Markt in den 1960er-Jahren gewann Guajakholz wegen seiner chemischen und olfaktorischen Eigenschaften endlich die Gunst der großen Parfumhäuser.
In der Parfümerie wird es besonders als Bindeglied zwischen Herznoten und Basisnote in holzigen, orientalischen, amberartigen Düften oder solchen mit Fougère-Akkorden geschätzt. Den feinen Nasen, die die Parfums kreieren, hat es zudem noch weit bedeutendere olfaktorische Qualitäten zu bieten …
Guajakholz und der außerordentliche Aufstieg holziger Düfte
Bis zum außerordentlichen Erfolg holziger Herrendüfte hatte Guajakholz lediglich die Funktion eines Fixativs, obwohl es weit mehr bieten konnte.
Die Essenz des Guajakholzes verströmt rauchige, holzige, leicht balsamische Noten, die an bestimmte Ledernoten erinnern. Schon mit dem allerersten Erfolg eines holzigen Dufts, Vétiver von Carven im Jahr 1957, wurde die Guajak-Essenz folgerichtig zu einem nahezu unverzichtbaren Bestandteil holziger Herrendüfte, so sehr veredelt und umhüllt die Rundheit ihres Dufts die Noten von Vetiver, Sandelholz oder auch Zeder. Während holzige Düfte zu Herrenklassikern werden, wird Guajakholz zu einem der unverzichtbaren Rohstoffe holziger Kompositionen.
Guajakholz wird jedoch auch in zahlreichen anderen Duftfamilien verwendet. Es harmoniert vollkommen mit amberartigen Noten von Sandelholz oder Ambrette, aber auch mit gourmandigen Noten von Vanille. Noch überraschender: Guajakholz geht vollendete Verbindungen mit blumigen Noten von Champaca oder Palmarosa ein.
Wer wegen seiner rauchigen und holzigen Ausdünstungen annimmt, Guajakholz gehöre ausschließlich zur Familie der holzigen Herrendüfte, irrt gewaltig. Zum einen, weil holzige Düfte immer mehr Frauen anziehen, die kräftige pflanzliche Noten und süße, tiefe Essenzen wie Guajakholz schätzen. Zum anderen schlicht, weil Guajakholz mit seiner bemerkenswerten Stabilität und seiner vollkommenen Verschmelzung verschiedener Duftnoten heute zu den meistverwendeten Rohstoffen der Parfümerie gehört.
Steckbrief
- Lateinischer Name : Bulnesia Sarmienti
- Herkunft : Arbre
- Land : PY
- Verwendeter Teil : Bois
- Typ : Naturel
Parfums mit der Note Guajakholz
Orientalisch
Holzig
Blumig
Orientalisch
Zitrisch
Aromatisch
Blumig
Holzig
Orientalisch
Holzig
Blumig