Blumig
Weißdorn
Weißdorn: Die kleine Wildblume unserer orientalischen Düfte und Blumenbouquets Weißdorn ist ein kleiner, dorniger Wildstrauch und ein entfernter Verwandter des Rosenstrauchs. Wegen seiner außergewöhnlichen Langlebigkeit wurden ihm oft magische Schutzkräfte zugeschrieben; obwohl er als heilig galt, erfreuten seine kleinen Beeren schon unsere prähistorischen Vorfahren, die sie sammelten.
Heute wird Weißdorn kaum noch verzehrt, die phytotherapeutischen Eigenschaften und der zarte Duft seiner Blüten inspirieren jedoch Parfumeure, die eine Duftnote nach seinem zarten, pudrigen Vorbild schaffen wollten, um schöne blumige Kompositionen oder zarte orientalische Düfte zu bereichern.
Weißdorn: die kleine, ehrwürdige Wildrose
Weißdorn werden zahlreiche magische Kräfte nachgesagt, darunter die, ein geradezu biblisches Alter zu erreichen; schon seit der Antike war er mit zahlreichen Glaubensvorstellungen verbunden. Weißdornzweige wurden zum Schutz vor dem Zorn des Himmels verwendet und seien bevorzugte Nistplätze für Vögel…
Weißdorn sei zudem mit einer gälischen Legende zum 1. Mai verbunden, nach der ein Zweig an die Tür von Pferde- und Viehställen gehängt werden müsse, um den Spinnen der Hexen den Zutritt zu verwehren...
Ob wegen seiner Beeren, seiner geheimnisvollen Kräfte oder seines zarten, süßen blumigen Duftes: Weißdorn, eine typische Pflanze der gemäßigten Breiten, ist zu allen Zeiten besonders geschätzt und allgemein bekannt. Die Parfümerie interessierte sich daher für Weißdorn, um eine blumige, sinnliche Note für schöne blumige Düfte zu schaffen.
Weißdornnoten entstehen in der Parfümerie dank Anisaldehyd und Guerlain
Aus Weißdorn lässt sich leider kein ätherisches Öl gewinnen; daher musste ausgehend von seinem Duft ein synthetisches Molekül geschaffen werden, das den zugleich blumigen und wilden Duft des kleinen Dornstrauchs nachbildet.
Guerlain soll als Erster den Weißdorn nachbildenden Anisaldehyd verwendet haben, und zwar 1906 in seinem Parfum „Après l’ondée“. Dieser schöne pudrig-blumige Duft sollte die besonderen Gerüche eines leicht feuchten, blühenden Gartens unmittelbar nach einem Sommerregen nachbilden. Guerlain schuf so ein poetisches, nuanciertes Parfum, in dem Zitrusnoten und Orangenblüte zu einem blumigen, pudrigen Herz aus Weißdorn, aber auch Iris, Veilchen und Orchidee überleiten, bevor es in einer tiefen, vanilligen Duftspur aus Sandelholz und Benzoe ausklingt. „Après l’ondée“ bleibt ein großes Parfum, das von den feinsten Nasen geschätzt wird.
In den 2000er-Jahren kehrten die zarten Weißdorndüfte in schönen blumig-fruchtigen Kompositionen zurück, darunter „Flower by Kenzo“ von Kenzo, „Emporio Night Her“ von Armani und „Ocean Blue“ von Escada. Mal als Kopfnote, mal als Herznote verbinden sich Weißdornnoten mit Früchten, maritimen Noten, Zitrusfrüchten oder Rosa Beeren und entfalten ihren süßen, pudrigen Duft. In „Beige“ von Chanel wird Weißdorn als Kopfnote erstmals mit Ylang-Ylang und anschließend mit honigfarbenen weißen Blüten kombiniert.
Weißdorn fügt sich daher sehr gut in vielfältig nuancierte blumige Düfte ein, da seine blumigen und pudrigen Facetten leicht zu kombinieren und als Fixateur für Duftstoffe besonders nützlich sind. Weißdorn erscheint jedoch auch in einigen orientalischen Düften, in denen er sich neben Moschus oder Patchouli gourmand und fruchtig und zugleich leicht und duftig zeigt. Einige holzige Herrendüfte setzen Weißdorn ein, um die Kompositionen und die pudrigen Noten einiger Blüten abzumildern...
Steckbrief
- Lateinischer Name : Crataegus
- Herkunft : Non applicable
- Typ : Reproduction
Parfums mit der Note Weißdorn
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