Orientalisch
Olivier Polge
Chanel zählt unbestritten zu den prestigeträchtigsten Marken der Welt. Nachdem das Haus die schönsten Werke der Haute Couture geschaffen hatte, beschloss es, in die Parfümerie einzusteigen. 1978 trat Jacques Polge in das Haus ein und übersetzte das Erbe von Coco Chanel in Düfte. Diese Funktion übte er bis Februar 2015 aus, bevor er seinen Platz an seinen Sohn Olivier Polge abgab. Wer aber ist die neue Nase des Hauses Chanel?
Wer ist Olivier Polge?
Olivier Polge hat eine Ausbildung in Kunstgeschichte absolviert. Seine Laufbahn begann er bei Charabot, einem Betrieb in seiner Geburtsstadt Grasse, der auf die Verarbeitung von Rohstoffen für die Parfümerie spezialisiert ist. Wer in der Region Grasse als Sohn eines Vaters geboren wird, der als Nase weltweit Anerkennung genießt, entfernt sich nicht leicht vom Weg des Parfumeurs. So setzte er diesen Weg fort und trat 1998 in New York bei International Flavors and Fragrances ein. Fünf Jahre später, 2003, kehrte er innerhalb desselben Konzerns nach Frankreich zurück und schuf seine ersten eigenen Kreationen, darunter das bekannte Dior Homme aus dem Jahr 2005. Von da an galt Olivier Polge als wahres kreatives Genie; 2009 erhielt er den Prix International du Parfum für fünf seiner Kreationen. In der Folge wirkte Olivier Polge an zahlreichen heute weltberühmten Düften mit, etwa Spicebomb von Viktor & Rolf, La Vie est Belle von Lancôme oder Répetto der gleichnamigen Marke. 2013 kam er an der Seite seines Vaters zu den Chanel-Parfums, bevor er ihm 2015 als exklusive Nase nachfolgte.
Olivier Polge bei Chanel
Weit davon entfernt, als „protegierter“ Parfumeur wahrgenommen zu werden, gilt Olivier Polge unter seinen Kollegen als einer der talentiertesten Akteure der Parfümerie weltweit. Mit kaum 40 Jahren verdankt er die einhellige Anerkennung seinen beruflichen Fähigkeiten. Olivier Polge ist ein feinfühliger, kühner und zurückhaltender Mensch. Dennoch hat er sich eine Haltung zwischen seinen Überzeugungen und der Realität erarbeitet. Wie er erklärt, sei er früher sehr romantisch gewesen und mit Formeln gekommen, die zu 80 % Sandelholz enthielten, was völlig unrealistisch sei. Er habe noch immer dieselben Träume, sagt er, sei aber pragmatischer. Zwänge gebe es überall, und meist erwiesen sie sich als bereichernd. Am Ende schaffe man aber immer Dinge, die einem selbst entsprächen. Man könne nicht gegen den eigenen Geschmack kreieren, was einen nicht davon entbinde, Risiken einzugehen.
So ist Olivier Polge das Risiko eingegangen, in die prestigeträchtigen Fußstapfen seines Vaters zu treten. Sein Ziel ist es heute, die reiche Vergangenheit des Hauses Chanel zu verinnerlichen und ihr zugleich eine Portion Modernität zu verleihen. Er will sich so ein außergewöhnliches historisches Erbe aneignen, das keineswegs belastend, sondern bereichernd und sehr inspirierend ist.
Kreationen von Olivier Polge
Orientalisch
Blumig
Blumig
Orientalisch
Blumig
Orientalisch
Orientalisch
Orientalisch
Orientalisch
Holzig
Holzig
Holzig