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Serge Lutens

Serge Noire

Serge Noire: 50 Schattierungen von Grau … Man munkelt, der Parfumeur Sheldrake habe Jahre gebraucht, um den so schönen Serge Noire zu komponieren und zu seiner endgültigen Duftkomposition zu gelangen.

Erscheinungsjahr
2008
Zielgruppe
Unisex
Duftfamilie
Orientalisch
Konzentration
Eau de Parfum
Serge Noire

Bezugsquellen

Offenkundig wollte Lutens, wie es ein Maler tun könnte, ein Selbstporträt seiner Erinnerungen in einem einmal mehr völlig neuartigen Duft schaffen. Weihrauch bleibt der unangefochtene Hauptdarsteller dieses Parfums aus dem Jahr 2008, in dem sich die Verwandlung des beißenden Rauchs in einen warmen, sinnlichen Strauß verfolgen lässt. Ein Parfum wie ein Initiationsweg.

Serge Noire als Rückkehr zu den Ursprüngen der stillen Eleganz der Dior-Salons

Man hatte sich daran gewöhnt, dass Lutens-Parfums komplexe, rätselhafte oder gänzlich konzeptuelle Namen tragen. Auch dieses neue Parfum steht dem trotz der scheinbaren Schlichtheit seines Namens in nichts nach.

Warum ein Duft nach seinem Parfumeur benannt wurde? Ganz einfach, weil das beschworene Schwarz und das in den Raum gestellte „Serge“ eng mit den Modeerinnerungen des Künstlers Lutens verbunden sind. Fast vergisst man bisweilen, dass der Parfumeur der tausend Gewürze jahrelang mit einem der größten Namen der Mode (und übrigens auch der Parfümerie …) zusammengearbeitet hat: Dior. Für Lutens, der von 1968 bis 1980 im Bereich Make-up und Image von Dior tätig war, drängen sich Bilder und Empfindungen auf und lassen die unmittelbare Erinnerung an eine für die „Pariser Haute Couture“ typische Mode aufsteigen, mit ihren Werten, die Lutens gern aufzählt: Luxus (diesmal echter), Strenge, Beherrschung und Respekt vor dem Bild des weiblichen Körpers1.

So inspiriert die reduzierte Atmosphäre, umgeben von der herben Eleganz von Kostümen aus Serge, dieses Weihrauchparfum mit seinem zarten, pudrigen und schließlich auch sehr sinnlichen Rauch. Serge Noire sei, so Lutens, eine weit literarischere Stimmung [als El Attarine], eine Modernität und zugleich eine überarbeitete und korrigierte Übertragung der Vergangenheit. Dieses Parfum sei aschig, trocken holzig. Es sei ein Gewürz der Erinnerung, eine Subtilität. Es verströme eine pudrige, sinnliche, transparente Körperstimmung. Kurz, es sei sein Lieblingsduft2.

Serge Noire, ein grauer Orientale?

Wie eine Modeskizze zeichnet Serge Noire seinen schlanken Duft erst auf der Haut derjenigen oder desjenigen, die oder der ihn trägt. Ausnahmsweise verrät die Farbe des Dufts daher wenig über den Gehalt dieses großen Parfums. Abgesehen davon, dass seine (graue?) Transparenz nur eine Anspielung auf den Weihrauchrauch ist.

Schon in den Kopfnoten von Serge Noire breitet sich ein Rauch aus ätherischen und medizinischen Noten aus, fremdartig und bezeichnend für den Rauch von Kirchenweihrauch, ohne den schweren Geruch, den man gewöhnlich kennt. Ein transparenter, reiner Weihrauch wie „ein Handschuh, auf einem Stuhl mit Rohrgeflecht abgelegt, nach der Kollektion vergessen“. Dieses seltsame Gefühl führt jedoch sehr schnell zum sanften Duft von Zimt. Diese neuartige Mischung, die zwischen klarer Kälte und würziger Wärme wechselt, trägt bis ins Herz, wo Patchouli und Gewürze im Kontakt mit der kampferartigen Note explodieren. Das balsamische Aroma ist üppig und kandiert. Schließlich explodiert die Sinnlichkeit dieses Serge Noire buchstäblich „aus einem verbrannten Holz“. Die holzigen Noten verbinden sich mit Amber und verschmelzen mit der Reinheit des Weihrauchs.

Dieses durch und durch göttliche Duftkunstwerk bietet das olfaktorische Gemälde biografischer Erinnerungen von Serge Lutens. Die Erinnerung wird in einen Rauch übertragen, der zunächst sehr dicht und dabei weiß ist und sich dann nach und nach mit einem lodernden Feuer färbt, das alles auf seinem Weg verbrennt. Überraschungen, Kontraste und Kraft machen Serge Noire zu einem der meistbeachteten Parfums unter seinen Kreationen.

Duftpyramide

  1. KopfnotenDie ersten Minuten
  2. HerznotenDas Herz des Parfums
  3. BasisnotenWas bleibt

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