L'Eau Bleue
2015 stellte Miu Miu einen Duft vor, der zugleich verspielt und brillant, kühn und lässig war. Er stand damals für das Bild von Frauen voller Gegensätze, ebenso feminin wie feministisch, intelligent, ohne sich deshalb allzu ernst zu nehmen.

Bezugsquellen
Dieser Duft scheute sich nicht, etablierte Codes zu unterlaufen, wies das Erwartbare zurück und pflegte die Freiheit. Angesichts seines Erfolgs entschied sich Miu Miu daher, eine frischere Version davon zu entwickeln. Sie erscheint im Februar 2017 und trägt den Namen L’Eau Bleue, in Anspielung auf die vorherrschende Farbe ihres Flakons.
Der frühlingshafte Geist von L’Eau Bleue
Auch wenn L’Eau Bleue im Februar erscheint, ist dieser Duft eine Art Einstimmung auf den Frühling. Es handelt sich um eine prickelnde, frische und blumige Komposition. Sie gleicht dem sanften Morgentau, der sich auf die Blütenblätter frischer Blumen legt. Der Duft beginnt mit Lilie, einer Blume, die in vielen Kulturen als Symbol der Reinheit gilt. Sie wird zudem durch einen blumigen, zarten Maiglöckchen-Akkord bereichert. Auf diese kleinen Glöckchen folgt ein Herz, das einem sehr luftigen Konzentrat aus Weißen Blüten gleicht. Das Ganze wirkt sehr feminin und zugleich besonders strahlend. Nach und nach hält jedoch die Wärme des Tages Einzug in das Herz dieses Duftes. L’Eau Bleue wird mit der Zeit kräftiger, bis ein holzigerer Akkord zurückbleibt, der um Oud aufgebaut ist. Dieser Rohstoff wird hier von pfeffrigen Noten begleitet. Unter seiner scheinbaren Klarheit vergisst dieser Duft also seine Ursprünge nicht. Darin liegt ein letzter Augenzwinkern-Verweis auf die Unverfrorenheit der ersten Miu-Miu-Frau. Entwickelt wurde das Ganze von derselben Parfumeurin wie beim Vorgänger, der talentierten Daniela Andrier. Die Deutsche, Parfumeurin bei Givaudan, verwebt gern Erinnerung in einem Parfum. Ein solches müsse ihr zufolge in der Lage sein, eine Art Déjà-vu hervorzurufen und zugleich etwas Neues hinzuzufügen. Genau das findet sich in L’Eau Bleue wieder. Dieser Duft ruft eigene Frühlingserinnerungen wach, als wolle er Emotionen mit noch größerer Weite offenlegen.
Der ausgesprochen elegante Flakon von Miu Miu
L’Eau Bleue wird diesmal in einem helleren Flakon als zuvor präsentiert. Darin soll sich seine Frische ausdrücken. Die breite Basis behält ihren türkisfarbenen Ton. Die Idee war, durch kunstvolle Glasbearbeitung eine gesteppte Optik anzudeuten. So erinnert das Design von L’Eau Bleue an die Ästhetik der Miu-Miu-Taschen. Der weiße Hals mit dem eingeprägten Logo der Marke ist weiterhin vorhanden. Er verleiht dem Ganzen eine poppigere Note. Die einstige rot durchscheinende Scheibe ist dagegen einem gelberen, aber ebenso grafischen Farbton gewichen. Dieser Flakon ist alles andere als gewöhnlich und spielt gern mit Kontrasten. Das Spiel von Blau und Gelb gleicht dem Gegensatz der morgendlichen Frische, die von den ersten Sonnenstrahlen erwärmt wird. Das Ganze klingt wie eine Ode an Jugend und Weiblichkeit und bleibt dabei dem unkonventionellen Stil des Hauses Miu Miu treu.
Duftpyramide
- KopfnotenDie ersten Minuten
- HerznotenDas Herz des Parfums
- BasisnotenWas bleibt
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