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Passage d’Enfer

Passage d’Enfer erscheint 1999, komponiert von Olivia Giacobetti zur Begrüßung des Jahrtausendwechsels. L’Artisan Parfumeur arbeitet darin den Weihrauch im Hell-Dunkel aus und benennt ihn nach der Gasse im 14. Pariser Arrondissement, in der das Haus in den 1970er-Jahren seine Büros hatte. Eine durchscheinende Lilie und Weißer Moschus mildern den balsamischen Rauch.

Robin hört darin einen frühlingshaften, fast seifigen Weihrauch und bedauert seine Kürze; Victoria Frolova eine Rauchwolke über warmer Asche; Kafka findet ihn zu zurückhaltend.

Was die Kritik sagt

Now Smell This – Robin, 30. März 2007

Wohlwollend. Passage d’Enfer sei der erste L’Artisan, den sie gekauft habe, und einer der wenigen aus ihren Anfängen, den sie noch trage. Sie stellt gleich klar, der dunkle, kirchliche Weihrauch, den der Name verspreche, finde sich darin nicht: kühl, ja, aber so leicht und so heiter, dass sie darin eher einen Frühlingsbeginn bei hellem Tageslicht sehe als ein eisiges Kirchenschiff.

Die Formel wirke auf sie fast linear, so transparent sei sie: etwas weiße Blüte gegen den Weihrauch, eine holzig-moschusartige Basis und sonst nichts. Sie hält sie für bemerkenswert frisch, fast seifig. Die Sillage rieche nach Bleistiftspänen, ein Vorwurf, den sie lange selbst erhoben habe, bevor sie darin einen Reiz gefunden habe. Ihr Vorbehalt gilt der Kürze, die bei transparenten Düften üblich sei; sie schwanke, ob sie sich eine Version Extrême wünschen oder das Original in Ruhe lassen solle.

Bois de Jasmin – Victoria Frolova, Oktober 2005

Wohlwollend. Sie beschreibt den Weihrauch als Rauchwolke, die von warmer Asche aufsteige. Im Vergleich zum dunklen, feierlichen Bois d’Encens von Armani Privé nehme Passage d’Enfer dem Olibanum seine Strenge und mildere ihn mit einer blumigen Frische.

Die Komposition erscheine ihr panoramisch: Die Rohstoffe überlagerten sich, statt aufeinander zu folgen, und der Duft gewinne nach einigen Stunden wieder an Transparenz, bevor er verblasse. Sie merkt die Myrrhe mit ihrem medizinischen Anis an, eine klassische Verbindung mit dem harzigen Olibanum, und hält die Lilie für das, was die Schärfe des Weihrauchs mildere.

Kafkaesque – Kafka, 23. Dezember 2012

Streng. Der Auftakt erscheine ihr klar, frisch, sauber und seifig, mit einer Lilie und einem zarten Moschus. Sie sagt, sie möge die Lilie und die Sanftheit, die sie mitbringe, halte sie aber für zu zurückhaltend, um den Duft zu tragen.

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