
Kouros und seine Anziehungskraft: Im Juli 1961 beschließt Yves Saint-Laurent gemeinsam mit Pierre Bergé, sein eigenes Haute-Couture-Haus zu gründen. Yves Saint-Laurent erfindet die moderne Frau neu, indem er sich von den Klassikern der Herrengarderobe inspirieren lässt.
Das 1981 erschienene „Kouros“ hatte sofort Erfolg. Äußerst männlich, ja machohaft, präsentierte sich „Kouros“ als Duft starker Männer und spielte damit auf die griechischen Götter an. „Kouros“ steht zweifellos für den kühnen Geist von Yves Saint Laurent, der gern auffällt und seine eigene Persönlichkeit behauptet. Als Herrenduft schlechthin stand „Kouros“ dank seiner Kraft vom Erscheinen an ganz oben auf dem Podium. „Kouros“, eine Statue, die einen jungen Mann mit völlig nacktem Körper darstellt, ging dank des Talents von Pierre Bourdon in die Legende ein.
Kouros, eine Innovation der Herrenparfümerie von Pierre Bourdon
Für eine ebenso männliche wie sinnliche Komposition wandte sich Yves Saint Laurent an Pierre Bourdon. Sein Vater René Bourdon war stellvertretender Direktor der Parfums Dior – der junge Pierre wuchs also in der Liebe zu Düften auf. Die Begegnung mit Edmond Roudnitska veränderte das Schicksal von Pierre Bourdon, der eigentlich eine literarische Laufbahn anstrebte. Nach 5 Jahren Ausbildung bei der Parfümerie Roure in Grasse machte sich Pierre Bourdon selbstständig. Er gilt als Mann mit großem künstlerischem Gespür, aber zurückhaltend. Er schätzt einfache Formeln und überfrachtet seine Kompositionen nicht mit unnötigen Inhaltsstoffen. Im Lauf seiner Karriere schuf er sehr unterschiedliche Kompositionen und bewies damit seine außerordentliche Anpassungsfähigkeit. Pierre Bourdon verdankt man große Parfums wie „Dolce Vita“ von Christian Dior oder „Magnetism“ von Escada.
Der Duft Kouros, Verführung immer wieder
Mit „Kouros“ tritt man direkt in das Spiel der Verführung ein. Erobernd und provokant strahlt der „Kouros“-Mann ein unvergleichliches Charisma aus. Mit seinem makellos weißen Flakon gleicht „Kouros“ einem Gott aus einer anderen Zeit. „Kouros“ eröffnet mit spritzigen und zugleich aromatischen Noten und verbindet Lorbeer, Bergamotte und Beifuß, das Ganze von Koriander unterstrichen. Beifuß ist eine aromatische krautige Pflanze. Er stammt aus dem gemäßigten Klima Europas und bevorzugt sonnige Böden. Beifuß findet sich zwar in der Küche, ist aber auch in der Parfümerie sehr gefragt. Dort wird er in Herrendüften eingesetzt, da er sehr männlich wirkt. Er bietet zugleich kampferartige, bittere, frische und krautige Facetten. Danach entwickelt sich das Herz von „Kouros“ zu sehr würzigen blumigen Facetten und verbindet Nelke, Jasmin und Geranie mit Zimt. Die Geranie stammt aus Südafrika und wächst meist wild. Das ätherische Geranienöl wird durch Wasserdampfdestillation der Blätter und Stängel vor der Blüte gewonnen. In der Parfümerie wird die Geranie häufig in Herrendüften verwendet. Sie verströmt zugleich minzige und würzige Facetten. Die Basis von „Kouros“ schließlich ist von triumphierender Sinnlichkeit und verbindet meisterhaft Graue Ambra, Weißen Moschus, Patchouli und Vetiver. Ein erobernder Duft mit einer überaus kraftvollen Sillage, einer der größten Erfolge des Hauses Yves Saint Laurent.
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