
Ernest Beaux komponierte Cuir de Russie für Gabrielle Chanel, die den Duft 1927 lancierte. Entstanden aus ihrer Liaison mit Großfürst Dimitri und dem Paris der Ballets Russes, wird er heute als Eau de Parfum in Les Exclusifs de Chanel verkauft: ein amberartiger, ledriger und blumiger Duft aus Birkenholz, Zistrose-Labdanum, Jasmin und Ylang-Ylang.
Die Kritik hält Cuir de Russie für einen großen Klassiker unter den Lederdüften: Victoria Frolova, Luca Turin und Denyse Beaulieu loben seine Eleganz, Neringa Svobutaite zählt ihn zu den schönsten Parfums, die sie kenne; Angela findet ihn braver als in seinen Anfängen, getragen von der Iris.
Was die Kritik sagt
Die ersten Rezensionen, 2005–2008
Im November 2005 sieht Victoria Frolova von Bois de Jasmin in Cuir de Russie ein Parfum, das eine Geschichte erzähle, von funkelnden Aldehyden bis zu warmem Leder: eine schwarze Ledertasche, ein Lippenstift, ein silbernes Zigarettenetui. Sie bevorzugt das fast buttrige Extrait und zählt Cuir de Russie zu den großen Klassikern unter den Lederdüften.
Im Dezember 2007 findet Elena Vosnaki von Perfume Shrine darin eine elegante Dekadenz: die Formel eines Herrendufts, den Frauen geschenkt, geschmückt mit Aldehyden und den Blüten von N°5, animalisch gemacht durch Birkenteer. Sie zitiert Luca Turin, der ein prächtiges, leichtes und balsamisches Leder lobte, das Hologramm eines verschwundenen Luxus.
Im September 2008 schreibt Denyse Beaulieu von Grain de Musc, wenn ihr nur ein einziges Parfum bliebe, wäre es vielleicht dieses. Sie mag seine fettige, teerige Basis aus Styrax, Birke und Castoreum, durchbrochen von Aldehyden und Iris, und hält es für so modern wie eine Lederjacke über einem kleinen Schwarzen.
Die Exclusifs aus der Sicht von 2009 bis 2021
Im November 2009 riecht Angela von Now Smell This eine glatte, buttrige Mischung aus Aldehyden, Iris, Ylang-Ylang und Handschuhleder. Zerebraler als N°5, getragen von einer pflanzlichen Iris, habe Cuir de Russie ihrer Ansicht nach die Selbstsicherheit seiner Anfänge verloren, sei aber schön geblieben, eher durch Eleganz als durch Kühnheit ausgezeichnet.
Im April 2021 findet Neringa Svobutaite von ÇaFleurBon in den Exclusifs die Handschrift von Ernest Beaux wieder: Aldehyde über einem Bouquet aus Ylang-Ylang, Rose und Jasmin, eine Basis aus Leder, weich wie getragene Handschuhe, aus hellem Tabak und durch Styrax belebter Birke. Sie zählt es zu den schönsten Parfums, die sie je gerochen habe.
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