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Rom und das antike Griechenland

Die Parfümerie im Rom und im Griechenland der Antike

Die Antike markiert die Anfänge der weltweiten Ausstrahlung der Parfümerie. Geprägt ist diese Epoche von zwei deutlich voneinander verschiedenen Völkern: den Griechen und den Römern. Abgesehen von den zahlreichen Konflikten zwischen diesen beiden Zivilisationen haben viele historische Studien ihre Lebensweise erhellt. Dabei zeigt sich, dass Parfum bereits damals fester Bestandteil der Gewohnheiten war.

Das antike Griechenland und die sakrale Bedeutung der Pflanzen

Gilt Ägypten als Mutter der Parfümerie, so gab es sein Wissen auch an die Griechen sowie an die Kreter und Phönizier weiter. Diese Kenntnisse verbreiteten sich zudem über die Seehandelsbeziehungen. So finden sich deutliche Ähnlichkeiten zwischen der sakralen Bedeutung des Parfums im antiken Griechenland und seiner Verwendung in Ägypten. In der kretisch-mykenischen Zeit, um 1500 vor Christus, glaubten die Griechen zudem an göttliche Wesen, die sich durch Aromen und Parfum offenbarten. Sie waren überzeugt, dass die zahlreichen in der Natur vorkommenden aromatischen Pflanzen göttlichen Ursprungs seien. Düfte waren daher wesentliche Bestandteile des Kults. Bei jeder Zeremonie wurden Opfergaben dargebracht und zahlreiche duftende Substanzen wie Myrrhe oder Weihrauch verbrannt. Ebenso waren die wichtigsten Ereignisse im Leben der Menschen von Gerüchen begleitet. Jedes Ritual ging mit Räucherungen und duftenden Salbungen einher. Aromen hatten eine reinigende Funktion, besonders bei Bestattungen, und sollten sogar den Übergang ins Jenseits erleichtern. Deshalb wurden die Verstorbenen im antiken Griechenland in parfümierte Leichentücher gehüllt. Anschließend wurden sie verbrannt oder mit duftenden Pflanzen wie Rose, Lilie oder Veilchen bestattet, Blumen, die als Symbole des ewigen Lebens galten.

Die Körperhygiene bei den Griechen

Über die sakrale Bedeutung des Parfums hinaus legten die Griechen zudem großen Wert auf Körperhygiene und Schönheit. So verwendeten sie Pflanzen in Form von Räucherungen, Einreibungen oder Bädern. Die öffentlichen Bäder waren damals ohnehin sehr wichtige Orte. Sie wurden von Männern und Frauen stark besucht, dufteten nach Blumen und dienten als Treffpunkt. Als Zeichen der Gastfreundschaft war es zudem üblich, den Gästen die Füße in parfümierten Becken zu waschen und ihnen allerlei duftende Gaben wie Blumengirlanden, Goldlack-Öl oder aromatisierte Weine anzubieten. Außerdem entwickelte sich die Medizin allmählich weiter, und die Griechen nutzten zahlreiche Pflanzen auch als Heilmittel.

Das Parfum bei den Römern

Wurde Parfum im archaischen Rom kaum verwendet, so erweiterte der Kontakt mit den Etruskern und Phöniziern die Kenntnisse der Römer auf dem Gebiet der Parfümerie. Zudem war Parfum eines der wichtigsten Güter, die die Römer von ihren Eroberungszügen mitbrachten. Nach und nach lernten sie die Eigenschaften verschiedener Düfte schätzen. Die ersten Düfte, die im antiken Rom eingeführt wurden, waren die von Myrte, Spanischem Ginster, Labdanum und Kiefer. Von der Republik bis zum Kaiserreich erlebten Parfums so einen gewaltigen Aufschwung, der bisweilen bis zum Übermaß reichte. Wie ihre Nachbarn verwendeten auch die Römer Düfte für ihre wichtigsten Riten, etwa Hochzeiten oder Bestattungen. Beim Tod des Pompeius wurde sogar die Menge an Weihrauch verbrannt, die Arabien in einem Jahr produzierte! Ebenso gewannen die Thermen enorm an Bedeutung: Sie ermöglichten allen Römern, auch den Armen, sich zu waschen, und verbreiteten den Gebrauch von Sapo, einer schäumenden Paste und Vorläuferin der Seife. Parallel dazu verfassten Ärzte zahlreiche Werke über die Heilkräfte bestimmter Pflanzen. So wurden Aromen und Pflanzen zu zentralen Elementen der damaligen Medizin, mitunter auf Kosten der mystischen Dimension mancher Düfte. Während der religiöse Wert des Parfums allmählich schwand, waren die technischen Fortschritte in Parfümerie und Aromatherapie beträchtlich. Manche Schriften belegen, dass die Römer bereits die Destillation nutzten. Schließlich wurde in dieser Zeit, im 1. Jahrhundert vor Christus, auch das Glas entdeckt. Leicht zu bearbeiten und geruchsneutral, ermöglichte es den Römern, die ersten Parfumflakons herzustellen.

Die Epoche des antiken Griechenlands und Roms gilt somit als Höhepunkt in der Geschichte der Ausstrahlung der Parfümerie. Dennoch standen nicht alle berühmten Persönlichkeiten jener Zeit dem Parfum uneingeschränkt positiv gegenüber … Cicero sagte, kein Geruch sei ein guter Geruch, während Plinius über das Parfum sagte, es sei ein Luxusgegenstand, und von allen der überflüssigste. Doch was soll’s! Gemessen an der weiteren Geschichte der Duftstoffe muss man feststellen, dass die glühenden Bewunderer des Parfums in der Überzahl waren.