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Schießpulver

Schießpulver und sein metallischer Duft Die Parfümerie hat sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. Wissenschaftliche Fortschritte und zahlreiche Forschungsarbeiten zur Vervollkommnung des Fachs haben dazu geführt, dass die Zahl der in Parfums verwendeten Duftnoten stark gewachsen ist. Die großen Klassiker wie Blüten oder holzige Noten sind selbstverständlich weiterhin vertreten.

Daneben tauchen jedoch fortlaufend Neulinge auf. Es handelt sich um Inhaltsstoffe, deren Geruch vollständig im Labor nachgebildet wird. Damit öffnet sich das Feld der Möglichkeiten ins Unendliche, und den Kreativen ist jedes Wagnis erlaubt – selbst das, einen Geruch von Schießpulver in Parfums einzubauen.

Schießpulver, ein Inbegriff der Schlacht

Schießpulver gilt als der älteste bekannte chemische Sprengstoff. Rein technisch handelt es sich um ein Gemisch aus Schwefel, Kaliumnitrat und Holzkohle. Manche Quellen verorten seine Erfindung in der Han-Dynastie in China, etwa 200 Jahre vor Christi Geburt. Die meisten Historiker geben jedoch an, das Schießpulver sei tatsächlich im 7. Jahrhundert in China erfunden worden. Damals wurden Bambusrohre mit diesem schwarzen Pulver gefüllt und als Flammenwerfer eingesetzt. Das Herstellungsverfahren gelangte anschließend um das 8. Jahrhundert in die arabisch-persische Welt. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts dauerte es, bis es Europa erreichte. Wird Schießpulver häufig mit Schlachtfeldern in Verbindung gebracht, so ist es zugleich ein festliches Element. Es kommt nicht nur in Feuerwaffen zum Einsatz, sondern dient auch der Herstellung von Feuerwerk und wurde im 14. Jahrhundert im Maghreb bei Reiterspielen verwendet.

Schießpulver im Parfum

Wer ein Parfum mit Schießpulver-Note trägt, läuft keineswegs Gefahr, in Flammen aufzugehen. Tatsächlich ist der Stoff vor allem für seinen metallischen Geruch bekannt. Genau diesen besonderen Hauch versuchen Parfumeure im Labor nachzubilden. Schießpulver erlaubt es, einem Parfum eine anfängliche Frische zu bewahren und sich zugleich etwas von den traditionellen zitrischen Noten der Zitrusfrüchte abzuheben, die sich in den Kopfnoten der meisten heutigen Kompositionen finden. Ein Beispiel ist der jüngste Flowerbomb Nectar von Viktor & Rolf, der diese Note enthält. Das Schießpulver ist dort mit blumigeren Noten verbunden und nimmt dem Glamour dieses Parfums nichts. Entgegen einer verbreiteten Annahme ist Schießpulver also nicht ausschließlich dunklen, maskulinen Parfums vorbehalten, wie es manche Kompositionen von Serge Lutens sein mögen. Es verleiht Düften schlicht eine zusätzliche Note von Originalität und unterstreicht mit Wagemut die Eigenständigkeit mancher kreativer Häuser.

Parfums mit der Note Schießpulver