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Nelke

Würzige Düfte sind in der Parfümerie besonders geschätzt. Ob warme oder kalte Gewürze: Sie liefern stets charaktervolle Essenzen, die zugleich lebendig und umhüllend wirken. Denkt man bei Gewürzen gemeinhin an Pfeffer, Kardamom, Ingwer oder Zimt, so gibt es doch weitere Rohstoffe, die solche Duftnoten hervorbringen können. Dazu gehört insbesondere die Nelke.

Die verschiedenen Formen der Nelke und ihre Bedeutungen

Die Nelke ist eine mehrjährige Pflanze mit meist gezackten Blütenblättern aus der Familie der Caryophyllaceae. Es gibt zahlreiche Sorten, darunter die stark duftende Federnelke, die Bartnelke, deren Blüten von Natur aus einen Strauß bilden, die Chinesische Nelke mit zweifarbigen, aber geruchlosen Blütenblättern oder die Studentenblume, die tatsächlich zur Familie der Korbblütler gehört und somit streng genommen keine Nelke ist. Der Legende nach sei die Nelke aus einer Laune Dianas entstanden, die einem jungen Hirten die Augen ausgerissen und zu Boden geworfen habe, wo sie keimten und so die Nelke hervorbrachten – daher der französische Name der Pflanze. Bereits im antiken Griechenland diente die Nelke zur Bekränzung von Athleten und Brautleuten; mit den Eroberungen des Römischen Reiches gelangte sie nach Europa. Ihre ausgezeichnete Haltbarkeit als Schnittblume wurde damals sehr geschätzt, und die Blume wurde zu Kränzen und Girlanden verarbeitet. Ebenso rücken zahlreiche Gemälde aus dem Mittelalter die Nelke in den Vordergrund. Sie findet sich etwa auf dem Gemälde „Madonna della Vittoria“ von Mantegna oder auf „Madonna mit Kind“ von Raphael. Die Vorliebe für diese Blume hielt zudem bis zum Ende des 19. Jahrhunderts an. Auch bei Dichtern ist die Nelke sehr beliebt; Mademoiselle de Scudéry und Louise de Vilmorin erwähnen sie immer wieder. Historisch ist schließlich festzuhalten, dass die rote Nelke ein starkes Symbol der revolutionären Partei und der Arbeiterbewegung ist. Eine blaue Nelke verwies 1889 auf die Ligue nationale antisémitique de France. Die grüne Nelke Oscar Wildes wiederum war eine subtile Art, seine Homosexualität kundzutun.

Die Nelke in der Parfümerie

Zwar gibt es ein Nelkenabsolue aus Ägypten, doch wird es von Parfumeuren nur sehr selten verwendet. Diese Sorte entspricht nämlich kaum der würzigen Nelke, wie man sie sich gemeinhin vorstellt. Früher wurde sie dennoch verwendet, schlicht weil sie gut roch. Heute ist sie ihrer synthetischen Nachbildung gewichen. Der natürliche Duft der Nelke besteht überwiegend aus Eugenol, einem der Hauptbestandteile der Gewürznelke, was das würzige Profil dieser Blume erklärt. Um den Duft der Nelke nachzubilden, setzen Parfumeure daher Eugenol in großer Menge ein. Hinzu kommt ein balsamischer Akzent, meist aus Zimtalkohol. Abgerundet wird das Ganze durch eine blumige Nuance. Dazu fügen die Parfumeure ihrer synthetischen Komposition Benzylsalicylat, natürliches Ylang-Ylang, Heliotropin oder Rose hinzu. Ein Hauch Vanille rundet die Mischung weiter ab. Mitunter ergänzt auch Iris die Formel und verstärkt den pudrigen Charakter der Mischung. Allerdings wurde die Verwendung von Eugenol von der IFRA, der Kontrollinstanz für die in Duftprodukten verwendeten Rohstoffe, stark eingeschränkt. Um jedes Risiko einer Hautsensibilisierung zu vermeiden, ist der Einsatz in einem Eau de Toilette auf 0,5 % begrenzt. Deshalb ersetzen ihn viele Parfumeure inzwischen durch Ersatzstoffe wie Methyl-Diantilis.

Die Begeisterung für die Nelke hat Höhen und Tiefen erlebt, doch seit Anfang der 2010er-Jahre scheint sie gefragter denn je. So erscheint sie in Vitriol d’Œillet von Serge Lutens, L’Heure Convoitée von Cartier oder Infusion d’Œillet von Prada.

Steckbrief

  • Lateinischer Name : Dianthus caryophyllus
  • Herkunft : Plante
  • Land : EG
  • Verwendeter Teil : Fleurs
  • Typ : Naturel

Parfums mit der Note Nelke

Blumig

Estée Lauder

Beautiful

Bergamotte · Rose · Lilie

Chypre

Estée Lauder

Metropolis

Ananas · Minze · Petitgrain