Zitrisch
Fruchtige Note
Fruchtige Noten: Früchte finden sich in allen gourmandigen und blumigen Düften. Seit rund zehn Jahren haben Früchte die Parfums erobert. Während Mitsouko von Guerlain bereits 1919 die fruchtige Note des Pfirsichs bekannt machte, dauerte es bis zum außergewöhnlichen Erfolg von „J’adore“ von Dior im Jahr 1999 oder von „Angel“, bis die Familie der fruchtigen Düfte erfolgreich und mit großer Wucht zurückkehrte.
Heute zählt man nicht weniger als 1200 fruchtige Parfums, vor allem für Damen, aber auch für Herren. Wie ist es Parfumeuren gelungen, einen Obstgarten in Flakons zu bannen?
Die fruchtige Note in einem Parfum erzeugen
Die fruchtige Note scheint auf den ersten Blick eine der vertrautesten und am leichtesten zu erzielenden zu sein. Um Duftnoten zu erzeugen, benötigen Parfumeure jedoch Rohstoffe in Form von ätherischem Öl, Absolue oder Essenz – und genau hier wird es kompliziert.
Die Düfte von Zitrusfrüchten bildeten dank der Schalen die Grundlage der zitrischen Duftfamilie und der berühmten Eaux de Cologne. Abgesehen von Aprikose und Cassis, die aus Osmanthus beziehungsweise Cassisknospe gewonnen werden, liefert jedoch keine Frucht den Parfumeuren natürliche Substanzen, die in der Parfümerie verwendet werden können. Sie mussten daher nachgebildet werden...
„Mitsouko“, 1919 von Guerlain geschaffen, war das erste Parfum, das für die Pfirsichnote auf synthetische Moleküle zurückgriff, das berühmte Aldehyd C14. Die Komplexität der Forschung ebenso wie die Mode kraftvoller, betörender Parfums drängten die fruchtige Note jahrzehntelang in den Hintergrund … Sie kehrte mit Nachdruck zurück mit „Trésor“ von Lancôme, dem herausragenden „J’adore“ von Dior im Jahr 1999 mit seinen fruchtigen Noten von Pflaume und Pfirsich sowie mit „Angel“ und seinen exotisch-fruchtigen Noten von Passionsfrucht.
Parfums sollten leichter werden, der Geschmack der Kundschaft wandte sich natürlicheren Rohstoffen zu. Folgerichtig fanden die mit „J’adore“ eingeführten fruchtigen Noten Eingang in zahlreiche Flakons, oft blumige Damendüfte, mitunter orientalische Herrendüfte, stets jedoch mit zuckriger Süße und einer Sehnsucht nach dem Obstgarten.
Parfums mit fruchtigen Noten: eine eigenständige Duftfamilie
So seltsam es scheinen mag: Der rasante Erfolg der überwiegend synthetischen fruchtigen Noten beruhe auf der neu erwachten Vorliebe von Kreativen und Verbrauchern für Rohstoffe, die an die Natur erinnern...
Die Duftfamilie mit den meisten fruchtigen Parfums ist selbstverständlich die der blumigen Düfte, angeführt von „J’adore“, das zahlreiche Nachfolger zum Erfolg führte. Zu nennen sind etwa „5th Avenue“ von Elizabeth Arden und „Envy“ von Gucci mit fruchtigen Kopfnoten von Apfel, „Daisy“ von Marc Jacobs mit Noten von Birne und Apfel, die Noten von Erdbeere, Himbeere und Apfel in „Nina“ von Nina Ricci sowie Kirsche und Himbeere im Bestseller „La Petite Robe Noire“ von Guerlain.
Die großen gourmandigen und fruchtigen orientalischen Düfte stehen dem nicht nach und präsentieren ebenso originelle wie prachtvolle Fruchtkörbe, etwa „Angel“, aber auch „Lolita Lempicka“ mit seinen Himbeernoten oder „Euphoria“ von Calvin Klein mit fruchtigen Herznoten von Pfirsich und Passionsfrucht.
Die fruchtige Note ist somit im aktuellen Angebot der Damendüfte stark vertreten, ob blumig-fruchtig, orientalisch-fruchtig oder Chypre-fruchtig wie „Coco Mademoiselle“. Der Schein trügt jedoch, denn die fruchtige Note kann auch Herrendüften eigen sein, die sie zwar weniger gourmandig einsetzen, eher um Gewürzen oder aromatischen Noten Frische oder Süße zu verleihen. Mugler etwa verwendete fruchtige Noten in seiner Herrenlinie (Varianten von Angel) in den Parfums „B*MEN“ oder „A*MEN Pure Malt (2013)“; „Monsieur Lanvin“ von Lanvin war ihm jedoch weit voraus, indem es seine fruchtigen Noten in einen aromatisch-zitrischen Duft einbrachte...
Steckbrief
- Typ : Autre
Parfums mit der Note Fruchtige Note
Zitrisch
Fougère
Holzig
Holzig
Orientalisch
Holzig
Orientalisch
Blumig
Orientalisch
Blumig
Blumig
Zitrisch