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Heu

Heu: Herrendüfte mit dem Hauch von Holz und Landluft! Die Jahrtausendwende hat die Prioritäten verschoben. Gefragt sind Luft, Natürliches, Unverarbeitetes und Unbelastetes, und die Parfums sind diesem entschiedenen Wunsch nach echten, reinen und unbearbeiteten Rohstoffen ganz selbstverständlich gefolgt. Holzige und zitrische Düfte haben sich der Natur bemächtigt, um daraus ihre schönsten Kompositionen zu schaffen, und die Strohballen in feine Heunoten verwandelt… Dabei hatte der legendäre Chanel schon 1927 versucht, mit einem russischen Akzent ins Heu zurückzuführen; erst viel später traten würdige Nachfolger an seine Stelle!

Heu-Absolue: Das Glück des Parfums liegt im Stroh!

Für Neulinge mag es etwas seltsam klingen, doch Heu ist einer der bevorzugten Rohstoffe der Parfümerie! Tatsächlich: So sehr exotische Rohstoffe, Edelhölzer oder seltene aromatische Noten geschätzt werden, genügt ein Heuballen, um in einem großen Parfum eine tiefe und intensive Sillage zu erzeugen. Und das, ohne die Note als synthetisches Molekül nachbilden zu müssen, was eher selten ist…

Heu-Absolue wird aus getrocknetem Heu gewonnen, möglichst aus mehreren Gräserarten, das mit Wasserdampf destilliert wird und aus dem die Duftstoffe mit Lösungsmitteln extrahiert werden. Der Rohstoff ist daher verhältnismäßig einfach zu gewinnen, stammt aus Frankreich und kann dank Mischungen verschiedener Gräserarten zahlreiche Facetten bieten.

Eine feine Heunote in holzigen und zitrischen Parfums?

Das allererste Parfum, das Heu als Basisnote einsetzte, ist weit älter als der Trend der 2000er-Jahre zur großen Rückkehr zum Natürlichen… Es handelt sich nämlich um das kostbare und inzwischen seltene „Cuir de Russie“ von Chanel. „Cuir de Russie“ erzählt nicht vom Land, sondern von jenem schönen slawischen Land, das der Parfumeur mit einem holzigen Unisex-Chypre nachzubilden versuchte: zitrische Kopfnoten, gefolgt von blumigen Noten, die vor allem durch die animalischen Ausdünstungen von Heu, Leder und Cade an Intensität gewinnen.

Erst in den 70er-Jahren tauchte die Heunote wieder auf, im bekannten zitrischen Duft „Eau de Courrèges“ von Courrèges. Auch dort dient Heu als Basisnote, um blumige und zart säuerlich-würzige Akzente zur Geltung zu bringen.

In der Folge erschien die Heunote in zahlreichen holzigen und zitrischen Düften, vor allem für Herren, aber auch für Damen. Heu wird in der Basis sehr häufig mit der kraftvollen Sillage von Eichenmoos und Vetiver kombiniert, wie in „Patou pour homme“ von Jean Patou oder „Signoricci 2“ von Nina Ricci.

Die 2000er-Jahre und ihre Neuheiten brachten die Heunote in neuen Kombinationen hervor, etwa mit orientalischen Düften oder aromatisch-gourmanden Kompositionen wie „Brin de Réglisse“ von Hermès. Blumige Düfte scheinen die Heunote seit einigen Jahren endlich angemessen zu würdigen, wie es ihr Vorläufer aus dem Hause Caron, „Farnesiana“, bereits zeigte… So schmücken sich „Loving bouquet“ von Escada oder auch „Hiris“ von Hermès mit Heu, um Blumenfelder umso besser zur Geltung zu bringen!

Steckbrief

  • Herkunft : Herbe
  • Land : FR
  • Verwendeter Teil : Herbes 1/2 sèches
  • Typ : Naturel

Parfums mit der Note Heu

Chypre

Chanel

Antaeus

Zitrone · Muskatellersalbei · Myrte