
Animalis
Animalis: Wenn der Geruch wilder Tiere zum Parfum wird!
Die animalische Note oder der zarte Schweißgeruch der Umkleidekabine, der schmutzigen Socke, des Männlichen … lässt noch immer träumen! Tatsächlich zielt die animalische Note vor allem auf die Virilität, auf die ganze „Männlichkeit“ der Herrendüfte. Die Base Animalis, die nur in wenigen Parfums deutlich vorkommt, in vielen anderen aber mit Sicherheit nachgeahmt wird, will die Animalität unserer sauberen und allzu wohlgeordneten Männer wiedergeben.
Die Base Animalis oder die Synthese der männlichen animalischen Noten
Seit jeher gehörten animalische Noten zu den großen Düften, die die Herren wegen ihrer Kraft, ihres Reizes, ihrer Verführungskraft und ihrer ganz entschieden behaupteten Männlichkeit gern trugen! Seit einigen Jahrzehnten gibt sich die animalische Note zurückhaltender, einerseits weil sie Tiere betrifft, die um nichts gebeten haben, andererseits weil der Mann wie die Frau den Geruch des Sauberen dem des „Schmutzigen“ vorzieht, das Glatte dem Wilden …
Die Base Animalis, von den Laboratorien Synarôme entwickelt und vermutlich aus mehreren Rohstoffen hergestellt, soll eine Mischung aus Zibet und Tonkin-Moschus sein. Ihr Duft, als ledrig bezeichnet, erinnert jedoch deutlich an das Raubtier, an den wilden Löwen, der in jedem Mann schlummert … Die 80er-Jahre und ihre Extravaganzen würdigten schließlich diese schöne animalische Base, die laut und deutlich den Wunsch bekundet, Mann zu sein, in seinem rohen Zustand.
Animalis und die animalische Note in der Herrenparfümerie
Die Base Animalis wird natürlich ganz besonders mit dem Parfum „Kouros“ von Yves Saint-Laurent verbunden. Dieses Parfum ist das Sinnbild der ebenso verrückten wie kreativen 80er-Jahre! Herrendüfte suchten das Extravagante, und Yves Saint-Laurent wollte ganz besonders … die Gerüche einer heißen Nacht in einem Flakon einfangen! Damit ist alles gesagt, und „Kouros“ bleibt dabei! Er hebt mit Fougère- und aromatischen Noten ab und entfaltet dann dichte, ledrige und ausgesprochen männliche animalische Düfte – dank der berühmten Base Animalis und ihrer Verbindung mit Zibet in den Basisnoten.
Auf den berühmten „Kouros“ folgte 1986 der schöne Leder-Chypre „Parfum de Peau“ von Montana, der dagegen mit der Base Animalis spielt und sie diesmal mit Amber verbindet, um die tiefe Duftspur seiner schönen Gewürz- und Blütennoten zu zeichnen.
Seit diesen großen Parfums ist von der Base Animalis als solcher kaum noch die Rede. Doch auch wenn sie in den Kompositionen kaum ausdrücklich genannt wird, lassen sich noch heute zahlreiche Parfums von ihr inspirieren. Zu erwähnen ist dennoch die Kreation des schönen blumigen Leders „Vierges et Toreros“ von Etat Libre d'Orange, das das olfaktorische Abbild der zwei Facetten des Mannes sein will: ein sauberer, glatter Mann, dargestellt durch die Reinheit der Tuberose, und ein kämpferischer, animalischer Mann, dargestellt durch die Noten von Base Animalis, Costus und Leder.
Steckbrief
- Lateinischer Name : Synarome
- Typ : Reproduction