
Am Rand eines Waldes erzählte ein Mann von seiner Liebe zur Erde, vom Zauber der Jahreszeiten. Feine Gerüche drangen in mich ein und lösten mich von seiner Erzählung. Der Mann verströmte einen kaum wahrnehmbaren Tabakduft, der sich mit den Ausdünstungen der Natur vermischte, unterstrichen von den Gerüchen der fruchtbaren, frisch umgegrabenen Erde.
1959 von Jean-Paul Guerlain geschaffen, gilt „Vétiver“ als großer Klassiker der Parfümerie. Wie der Name sagt, im Wesentlichen um Vetiver komponiert, ist „Vétiver“ ein ausgesprochen männlicher Duft. Zu jener Zeit kam Vetiver gerade auf und symbolisierte Männlichkeit, da er ausschließlich in Herrenkompositionen verwendet wurde. Hochelegant ist „Vétiver“ ein zeitloser holzig-aromatischer Duft. Seit fast 60 Jahren hat der erste Duft von Jean-Paul Gaultier Moden und Epochen überdauert, ohne zu altern.
Vétiver, der erste Duft von Jean-Paul Guerlain
Jean-Paul Gaultier, Enkel des Markengründers, ist erst 22 Jahre alt, als er „Vétiver“ erschafft, zugleich seine allererste Komposition. 1937 im 16. Arrondissement von Paris geboren, ist Jean-Paul Guerlain der dritte Parfumeur des sehr exklusiven Hauses Guerlain. Jean-Paul Guerlain, der mehr als 33 000 verschiedene Duftnuancen erkennen kann, hat über 40 Kompositionen geschaffen. Er kann für sich in Anspruch nehmen, Parfums mit mindestens 80 % natürlichen Inhaltsstoffen entworfen zu haben. 1994 verkauft Jean-Paul Guerlain das Haus Guerlain an den Konzern LVMH, bleibt jedoch bis 2002 Generaldirektor. Derzeit leitet Thierry Wasser die Duftkreationen des Hauses Guerlain. Jean-Paul Guerlain verdankt die Marke ihre schönsten Düfte wie „Samsara“, „Habit Rouge“ oder die Kollektionen „Aqua Allegoria“.
Vetiver, der Star der Komposition des Guerlain-Parfums
Selbstverständlich bestimmt Vetiver die Komposition des Duftes „Vétiver“. Dieser Rohstoff ist von frischen, flüchtigen Noten umgeben, die in eine intensivere, holzige Sillage gehüllt sind. „Vétiver“ verleiht Männern jene natürliche Eleganz, die es ihnen erlaubt, sie selbst zu sein. Vetiver stammt ursprünglich aus Indien, kommt aber auch in anderen tropischen Ländern vor. Vetiver wächst als großer grüner Horst. In der Parfümerie verwendet man vor allem „Bourbon-Vetiver“ und „Haiti-Vetiver“. Anfangs war Vetiver Herrenkompositionen vorbehalten, da er ihnen eine ausgeprägte Männlichkeit verlieh. Nach und nach fand er jedoch auch Eingang in Damenkompositionen. Vetiver verströmt aufstrahlende, holzige Facetten. Zudem zeigt er erdige, frische, pflanzliche und rauchige Gerüche, die oft an Unterholz erinnern. Hier verbindet sich Vetiver mit zitrischen, äußerst frischen Noten wie Zitrone, Bergamotte und Neroli. Das Herz stellt dann Vetiver neben Tabakblätter und pfeffrige Noten. Vetiver entfaltet sich in einer sehr männlichen Basis im Verbund mit Sandelholz, Patchouli und Tonkabohne. Edel und elegant zählt „Vétiver“ zu den großen Klassikern der Parfümerie.
Als erste Komposition von Jean-Paul Gaultier, und keine geringe, hat sich „Vétiver“ über die Zeit hinweg behauptet und ist zu einem zeitlosen Klassiker geworden.
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