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L'Heure Bleue
Guerlain

Komposition

L'Heure Bleue

Veröffentlicht

L’Heure Bleue ist das Eau de Parfum, das Jacques Guerlain 1912 für Guerlain komponierte, ein blumiger Amberduft, den das Haus heute unter dem Namen L’Heure Bleue 1912 in der Kollektion Les Légendaires verkauft. Anis und Bergamotte in den Kopfnoten, Nelke und Neroli in den Herznoten, Iris, Veilchen, Vanille, Benzoe und Tonkabohne in den Basisnoten; Flakon mit umgekehrtem Herzen, 75 ml.

Guerlain gliedert L’Heure Bleue 1912 heute so: Anis und Bergamotte in den Kopfnoten, Nelke und Neroli in den Herznoten, Iris, Veilchen, Vanille, Benzoe und Tonkabohne in den Basisnoten. Das Haus bezeichnet die Basis als amberartig und pudrig; der Veilchen-Akkord ist eine Kreation seiner Parfumeure, da das Veilchen eine stumme Blüte ist.

Anis und Bergamotte im Auftakt

Das Haus spricht von der Kühnheit der Anisnote und der Frische der Bergamotte. Frolova hört den Anis als Leitmotiv, das den ganzen Duft durchziehe, mit Nelke und Ylang-Ylang schon im Auftakt; Feydeau bezeichnet diesen Kopfakkord als kühn und zart frisch.

Nelke und Neroli im Herz

Der Akkord aus Nelke und Neroli drückt laut Guerlain eine zarte Sinnlichkeit aus. Feydeau fügt Heliotrop, Bulgarische Rose und Tuberose hinzu, ein Herz, das sie würzig, blumig und berauschend nennt; Delacourte nennt Bulgarische Rose, Orangenblüte, Jasmin, Veilchen und Heliotrop.

Iris, Veilchen und Vanille in der Basis

Die Basis vereint die Iris, die das Haus das blaue Gold der Parfümerie nennt, den Veilchen-Akkord, Vanille, Benzoe und Tonkabohne. Frolova beschreibt samtige Schichten aus Iris, Vanille, Weihrauch, Moschus und Tonkabohne; Delacourte nimmt darin ein köstliches Marshmallow und eine dominante Vanille wahr.

Was außerhalb des angegebenen Akkords bleibt

Der Moschus, den Feydeau für die sinnliche Signatur von L’Heure Bleue hält, erscheint nicht in dem Akkord, den Guerlain für die Version 1912 angibt. Sandelholz, Estragon, Muskatellersalbei, Rose, Orangenblüte und Tuberose, die ältere Listen ihm zuschrieben, bleiben im Fließtext: Das Haus führt sie nicht mehr in der Duftpyramide.

Frolova unterscheidet die Konzentrationen: Das Eau de Parfum erscheine ihr samtiger und wärmer als das Eau de Toilette, von Moschus getönt, das Extrait noch einprägsamer, ein Konfekt aus Orangenblüte, Iris und Vanille, gewürzt mit Lakritz. Den animalischen Moschus der alten Tinkturen, ergänzt Feydeau, vermisse sie.

Was das Etikett angibt

Das Haus veröffentlicht für L’Heure Bleue 1912 eine codierte Liste, die mit Alkohol, dem Wort Parfum und Wasser beginnt. Es folgen Linalool und Limonen der Zitrusfrüchte, das Cumarin der Tonkabohne, die balsamischen Benzylbenzoat und Benzylcinnamat, das Eugenol der Nelke, Citronellol und Geraniol der Rose.

Alpha-Isomethyl Ionone trägt Veilchen und Iris, Hydroxycitronellal eine Maiglöckchen-Facette, Citral die zitronige Note. Cinnamal, Cinnamylalkohol und Isoeugenol bringen die warme Würze; Farnesol, Benzylalkohol und Benzylsalicylat schließen die Liste ab.