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Das 17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert: Blütezeit der Handschuhmacher-Parfumeure und der Düfte am Königshof

Das 17. Jahrhundert ist eine Epoche, in der das Parfum unangefochten herrschte. Es war so berühmt, dass ihm sogar ein Kupferstich gewidmet wurde. Dieser wird Gerrit Valck zugeschrieben und wurde 1697 von Nicolas de L’Armessin gedruckt. Der Stich mit dem Titel L’Habit du Parfumeur zeigt einen Parfumeur mit einem Räuchergefäß als Hut und der Gesamtheit seiner Erzeugnisse als Kleidung. Dieses besonders bekannte Werk hebt die Bedeutung der Parfümerie unter Ludwig XIV. hervor.

Die Verbindung von Leder und Duft

Wurde die Mode des parfümierten Leders auch in der Renaissance eingeführt, so verlor sie im 17. Jahrhundert nicht im Geringsten an Beliebtheit. So erhielten alle Gegenstände aus Leder einen betörenden Duft, ob Handschuhe, Westen, Schuhe, Gürtel, Truhen oder Fächer. Diese wurden mit einem parfümierten Fett eingerieben, und die königliche Erlaubnis, sich zugleich Handschuhmachermeister und Parfumeur zu nennen, wurde bereits im Januar 1614 erteilt. Insbesondere die parfümierten Handschuhe aus Grasse hatten großen Erfolg, dank der zahlreichen Blumenkulturen unter der Mittelmeersonne. Besonders verbreitet waren die Düfte von Jasmin, Rose und Tuberose. Die Anbaufläche für Jasmin in der Umgebung von Grasse wird für das Ende des 17. Jahrhunderts auf etwa 15 Hektar geschätzt. Zudem waren blumige Noten bei Weitem nicht die einzigen, die damals verwendet wurden: Andere Rohstoffe wie Moschus, Patchouli, Vetiver und Sandelholz erfreuten die französische Bevölkerung, zumal ihr Import durch die Gründung der Ostindienkompanie erheblich erleichtert wurde.

Das Parfum am Königshof

Sorgte das Parfum in der Region Grasse wirtschaftlich für viel Aufsehen, so war es auch am Königshof sehr beliebt. Einige Werke der Zeit beschreiben diesen Ort jedoch als besonders übelriechend. Tatsächlich diente das Parfum damals eher dazu, die fauligen Gerüche in der Luft zu überdecken. Die Körperpflege war von heutigen Ritualen weit entfernt. Selbst die Toilette Ludwigs XIV., die der Herzog von Saint Simon in einem seiner Werke beschreibt, zeigt das Fehlen von Wasser. Die Waschung des Sonnenkönigs bestand eher darin, sich die Hände mit Weingeist abzuspülen. Seit der großen Pestepidemie von 1348 verdächtigten die Ärzte das Wasser nämlich, den Organismus zu schwächen, indem es die Poren der Haut öffne und sie so für die Aufnahme von Krankheitserregern anfälliger mache. Diese Angst vor dem Wasser wuchs stetig und erreichte im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt. So dienten aromatische Produkte dazu, schlechte Gerüche zu kaschieren, und sollten das Körperinnere reinigen, indem sie es vor schlechter Luft schützten.

Mit anderen Worten: Auch wenn sich die Schönheitsrituale des 17. Jahrhunderts stark von den heutigen unterscheiden, handelt es sich um eine Epoche, die die Entwicklung der Parfümerie sehr begünstigte und sie insbesondere mit dem Handwerk der Gerberei verband.